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Schlusslicht
Der Todesstern für alle
Eine runde Sache
Was ist das nur mit staatlichen Großprojekten? Entweder keiner hat den Mut und die Visionen, sie zu beginnen und wenn doch, dann geht es schief. Die einzige Konsequenz: So etwas gehört in private Hand. Dann klappt es auch mit dem Todesstern - zumindest, wenn alle mitmachen.
Von Wulf Rohwedder, tagesschau.de
Das war vielleicht eine Enttäuschung: Trotz einer Petition von knapp 35.000 US-Bürgern weigerte sich die Obama-Administration, einen Todesstern nach Vorbild der Star-Wars-Filmreihe zu bauen. Dabei hatte die US-Regierung durchaus gute Argumente: Ein interplanetares Verteidigungssystem, das von einem einzigen Typen mit einem Miniraumschiff abgefackelt werden kann, wäre die veranschlagten 850.000.000.000.000.000 Dollar (635.000.000.000.000.000 Euro) nicht wert, so hieß es in der Antwort der US-Regierung.
Alles muss man selbst machen
Hartnäckige Fans des Projekts wollen sich damit jedoch nicht abfinden. Sie planen, den Kunstplaneten mit privaten Mitteln zu bauen.
Die Verfechter des Todesssterns 2.0 haben aus den Fehlern der Petition gelernt: Sie wollen zunächst einmal 20 Millionen Pfund (23,7 Millionen Euro) für ein vernünftiges Planfeststellungsverfahren einwerben - und gleich ein wenig Maschendraht kaufen, um den bekanntermaßen ungesicherten Abluftschacht gegen feindliche Rebellenraumschiffe zu schützen.
Erst wenn dieser Betrag von privaten Investoren eingesammelt worden ist, würde man sich um die noch benötigten 850 Billiarden Dollar kümmern, um einen großen, beeindruckenden und feuersicheren Todesstern zu bauen.
Wenn das mal gut geht
Bei allem Enthusiasmus: Groß, beeindruckend, feuersicher - an diesen Zielvorgaben daran sind schon andere gescheitert, sei es bei Flughäfen oder Flugzeugen. 23,7 Millionen Euro für die Planungskosten sind auch nicht gerade üppig, wenn man bedenkt, dass die Architekten der Elbphilharmonie - auch groß, beeindruckend, mit Zacken dran, hoffentlich auch feuersicher - bisher in etwa das Vierfache kassiert haben. Das Hamburger Konzerthaus ist bekanntermaßen auch noch lange nicht fertig und garantiert nicht rebellensicher.
Think big
Eines kann man den Todesstern-Fans allerdings nicht vorwerfen: Kleinkariertheit und Detailversessenheit ist nicht ihr Ding. Entsprechend allgemein ist ihre grundsätzliche Planungsvorgabe: Schön rund soll der Todesstern sein - und natürlich groß, beeindruckend… ach, Sie wissen schon.
Stand: 08.02.2013 21:55 Uhr
