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Schlusslicht

Schlusslicht vom 08.12.12

Es geht um die Sicherheit der USA

Wird Obama das Billiarden-Monstrum bauen?

John D. beliebt nicht zu scherzen. Ihm und Tausenden anderen US-Bürgern geht es nämlich um nichts Geringeres als die Sicherheit der Vereinigten Staaten von Amerika. Das muss auch Präsident Obama einsehen. Mag Deutschlands Sicherheit am Hindukusch verteidigt werden: In der Weltmacht USA wird größer gedacht.

Von Ralph Sina, WDR-Studio Washington

Nicht nur Star-Wars-Fans kennen ihn: den Todesstern - die alles vernichtende Waffe des Darth Vader aus dem "Krieg der Sterne". Es handelt sich um ein monströses Weltraum-Verteidigungssystem aus Tonnen von Stahl, das wie ein Relikt aus Ronald Reagans SDI-Träumen wirkt.

"Wird Obama diesen Todesstern jetzt bauen", fragen neokonservative Blogs wie "worldnetdaily.com". Eine Ironie der US-Geschichte - ausgerechnet Friedensnobelpreisträger Obama soll die mondgroße Monsterwaffe produzieren lassen, und zwar in seinem letzten Amtsjahr 2016. Das verlangen US-Bürger in einer Petition an die amerikanische Regierung.

"Nein, die Aufforderung ist kein Scherz"

"Wir, das Volk - Eure Stimme in unserer Regierung" - so heißt die Webseite des Weißen Hauses, auf der mittlerweile mehr als 8500 Amerikaner für die Todesstern-Produktion gestimmt haben.

Nein, die Aufforderung sei kein Scherz, betont John D., der Verfasser der Petition, schließlich würde ein Todesstern à la Star Wars nicht nur Amerikas Verteidigungsfähigkeit unermesslich stärken, sondern auch das größte innenpolitische Problem bekämpfen. "Die Regierung könnte dringend benötigte Stellen im Bau- und Ingenieursbereich sowie zur Erforschung des Weltraums schaffen", erklärt er.

Da die Forderung mittlerweile nicht nur auf populären US-Technoblogs wie "Mashable" diskutiert wird, sondern auch in TV- und Radiosendern muss sich das Weiße Haus darauf gefasst machen, dass es Mitte Dezember ernst wird.

Wenn 25.000 US-Bürger innerhalb von 30 Tagen die Petition unterstützen, muss sich die Obama-Regierung offiziell zum Thema "Todesstern" äußern und die Anfrage weiterleiten - in diesem Fall an die zuständigen Abteilungen im Verteidigungsministerium und bei der Weltraumbehörde NASA.

US-Bürger verlangen Todesstern-Produktion
R. Sina, WDR Washington
07.12.2012 21:16 Uhr

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Lächerliche 852 Billiarden Dollar

Die Chance, dass die magische Zahl von 25.000 Unterzeichnern bis zum 14. Dezember erreicht wird stehen ausgesprochen gut. "Wäre dieses Todesstern-Projekt nicht ganz im Sinne der Republikaner, die immer von der Unangreifbarkeit der USA träumen?", fragen viele US-Konservative.

Aber weder Ronald Reagans SDI- noch die Star-Wars-Träume dürften unter Obama Wirklichkeit werden. Nicht nur, weil es für die Produktion eines Todessterns mit 140 Kilometern Durchmessern an lächerlichen 852 Billiarden Dollar fehlt, sondern auch am notwendigen Material. Die veralteten US-Stahlwerke würden nämlich eine intergalaktisch lange Zeit brauchen, um das nötige Todesstern-Blech zu produzieren: rund 800.000 Jahre.

Stand: 08.12.2012 21:06 Uhr

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