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Schlusslicht

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Der Fonds, an den man einfach glauben muss

Wie man sein Geld in den Mond schreibt

Sie sind hochbezahlt und leisten dafür oft wenig: Viele Fondsmanager schneiden bei der Auswahl von Aktien schlechter ab als der Marktdurchschnitt. Finanzwissenschaftler sind inzwischen sicher: Renditen hängen zu einem großen Teil von Glück und Zufall ab, der Erfolg steht in den Sternen. Warum also nicht gleich jemanden fragen, der sich genau damit auskennt?

Von Wulf Rohwedder, tagesschau.de

"Frühere Wertentwicklungen, Simulationen oder Prognosen sind kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung." So oder so ähnlich steht es, meist nicht sonderlich prominent, in vielen Verträgen von Aktienfonds - und das zu Recht: der Top-Performer vom Vorjahr kann der Versager von heute sein. In Russland soll ein dressierter Affe 2010 bei der Aktienauswahl die meisten Vermögensverwalter geschlagen haben.

Da ist es nur konsequent, dass es jetzt einen Fonds gibt, der gar nicht erst versucht, irgendwelche rationalen Kriterien bei der Auswahl seiner Aktien anzulegen:  "A Superstitious Fund" (Ein abergläubischer Fonds) trifft seine Entscheidung ausschließlich auf Basis von Aberglaube und Spökenkiekerei.

Der Mond steht auf "Kaufen"

Dafür ließ der Künstler Shing Tat Chung ein Computerprogramm entwickeln, das aus Mondphasen und numerologischen Voraussagen Aktienkäufe generiert - außer es kommt in den Daten eine 13 vor, denn vor dieser Zahl hat es Angst. An unglücklichen Tagen setzt es mit dem Handel aus. An der Entwicklung waren so esoterische Fachkräfte wie Wahrsager, Finanzexperten, Programmierer und Juristen beteiligt.

Die geben es wenigstens zu

Die Macher sind grundehrlich: Der Algorithmus sei spekulativ, unbewiesen und könne zum Totalverlust der Einlagen führen, geben sie freimütig zu. Aber das dürfte auch für nicht wenige ihrer Mitbewerber zutreffen. Dafür ist die Einstiegsschwelle gering: Bereits mit zwei britischen Pfund (2,56 Euro) ist man dabei.

Dann eben wieder Lotto

Das hat offenbar genug Leute überzeugt: Der Fonds ist inzwischen geschlossen, weitere Interessenten werden auf das nächste Jahr vertröstet. Wer zu spät gekommen ist, den belohnt in diesem Fall ausnahmsweise einmal das Leben, denn der "Superstitious Fund" macht momentan hauptsächlich Verluste.  Aber damit befindet er sich ja in bester Gesellschaft.

Stand: 31.07.2012 15:58 Uhr

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