Schlusslicht

Schlusslicht

Schlusslicht Nach 76 Jahren gestrandet

Stand: 15.11.2012 12:20 Uhr

Grüße aus dem Urlaub werden heutzutage gerne per E-Mail oder SMS und auch noch mal per Postkarte verschickt. Doch wie wär's mal mit einer Nachricht über den Ozean - in der Flasche? Es könnte nur etwas länger dauern, manchmal auch 76 Jahre.

Geoff Flood war am vergangenen Sonntag am Ninety-Mile-Strand im Norden Neuseelands unterwegs, als er eine Flasche in seichtem Wasser entdeckte. Darin steckte ein zusammengerollter Zettel. Auf die Idee, die Flasche zu zerschlagen, kam er nicht, dazu habe sie zu speziell ausgesehen, sagte Flood der Zeitung "New Zealand Herald".

Dass er in der Tat auf etwas Besonderes gestoßen war, sollte sich später herausstellen.

Mit dem Draht herumgefriemelt

Flood nahm die Flasche mit nach Hause, und angelte so lange mit einem Draht in der Flasche herum, bis er das Papier in den Händen hielt. Er hatte Glück; Die Notiz darauf war noch zu lesen, obwohl der Korken bereits in die Flasche gerutscht war. Hätte es eine weitere große Flut gegeben, wäre Wasser in die Flasche eingedrungen - und das wäre das Ende der Notiz gewesen, so Flood weiter.

Im Jahr 1936 losgeschickt

Das Papier war unterschrieben von einem gewissen Herbert Ernest Hillbrick, auch seine Adresse in Westaustralien war darauf vermerkt: "Möge der Finder diesen Zettel bitte datieren, den Fundort vermerken und an untenstehende Adresse schicken", stand dort in feiner Handschrift, schreibt die Zeitung. Das Unglaubliche aber: Das Papier mit einem Foto des Ozeandampfers "SS Strathnaver" war auf den 17. März 1936 datiert. Nach 76 Jahren im Meer ist die Post von Hillbrick also endlich an Land gekommen.

Aufgeregter Verwandter

Flood gelang es, einen Verwandten von Hillbricks Familie ausfindig zu machen, wie er der Zeitung berichtete. Dieser sei sehr "aufgeregt", so Flood. Die Flasche, so glaubt Flood, könnte leicht zwei oder drei Mal um die Welt gereist sein.

Schon Flaschenpost Nr. 3

Für den Finder ist es allerdings nicht die erste Flasche mit Post, die er entdeckt hat, sondern bereits seine dritte. Allerdings ist es die bislang älteste. Die anderen beiden seien von einem Mann und zwei Mädchen, so Flood. Und sie seien, so glaubt er, höchstens ein Jahr alt.

Flood, der Flaschensammler. Man darf also gespannt sein, welche Flaschenpost er als nächstes herausfischt.

Darstellung: