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Längst sind moderne Atomuhren viel genauer als die Rotation der Erde, die lange die einzige Grundlage für die Berechnung der Zeit war. Abgebremst durch die Gezeiten, kosmische Magnetstürme und andere Phänomene braucht sie öfter mal ein wenig länger. Zum Glück gibt es eine Behörde, die das Phänomen genau überwacht. Der Internationale Erd-Rotations-Dienst (IERS) in Paris achtet darauf, ob unser Planet mal wieder gebummelt hat und korrigiert die offizielle Weltzeit entsprechend. Das hat durchaus praktische Gründe: So sind zum Beispiel Satelliten-Navigationssysteme und viele Wissenschaftler auf eine genaue, einheitliche Zeit angewiesen.
Grund zur Korrektur gibt es immer öfter, denn offenbar lässt sich die Erde bei ihren Umdrehungen immer mehr Zeit: 1999 musste die vorletzte Schaltsekunde eingelegt werden, 2006 die letzte. Jetzt brauchte unser Planet gerade einmal drei Jahre, um eine weitere Sekunde zu verbummeln. Genau um 23.59 Uhr und 59 Sekunden Greenwich-Zeit werden die Uhren wieder angehalten. Beim britischen Silvester-Countdown muss die eins also zwei Mal gezählt werden - zum 24. Mal seit 1972.
Wer in den westlichen Zeitzonen noch gute Vorsätze aus der letzten Neujahrsnacht umsetzen will, hat dafür ein kleines bisschen mehr Zeit. In allen östlichen Zeitzonen, so auch in Deutschland, findet die Schaltsekunde entsprechend später statt, so dass dort ein wenig länger gefeiert werden kann. Nachtarbeitern ist angeraten, eventuelle Überstunden-Vergütungen rechtzeitig zu verhandeln.
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