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Soziale Medien sind doch etwas Schönes: Man kann jeden an seinem Leben teilnehmen lassen und auch etwas über andere erfahren. Auch Firmen nutzen Facebook & Co. zunehmend zur Kundenbindung. Doch wer fragt, bekommt auch Antworten – und nicht immer die, die man gerne hören würde.
Von Wulf Rohwedder, tagesschau.de
Es gibt Marken, die leben ihr eigenes Klischee. Die Kräutermischung in Alkohol, die nie so wertvoll war wie heute, der zahnziehende Kaubonbon, vom dem der erste schon im Tante-Emma-Laden gegessen wurde und eben jenes schwedische Möbelhaus, zu dem den meisten zwei Dinge einfallen: Der Inbusschlüssel und die entscheidende fehlende Schraube.
Eben jener Konzern eröffnete dieser Tage nun eine neue Filiale im spanischen Valladolid. Die Gemeinde war davon offenbar so begeistert, dass sie dem Unternehmen das Vorrecht einräumte, die Zufahrtstraße zu dem Geschäft zu benennen. Nun ist der Konzern bei seinen Produkten für, sagen wir mal, phantasievolle Bezeichnungen skandinavischer Provenienz bekannt. In diesem Fall ließ er jedoch bei Facebook über den Namen abstimmen - und muss jetzt damit leben, künftig an der Mir-fehlt-eine-Schraube-Straße zu residieren.
Vielleicht wird das Beispiel andere Firmen davon absehen lassen, kritische Namensrechte so treuherzig an Kunden weiterzugeben. Andererseits: Die Schrauben-Adresse wird sich wohl jeder sofort merken, der sie einmal gehört hat. Manche Telekommunikationsanbieter, Fluglinien und insbesondere Kreditinstitute sollten von solchen Experimenten eher Abstand nehmen. Ihre Straßennamen könnten sonst Begriffe enthalten, die sie nur ungern auf repräsentativen Briefköpfen sehen würden.
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