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Völlig losgelöst entschwebte vor einer Woche eine kleine Werkzeugtasche ins All. Irdischer Hohn und Spott waren Heidemarie Stefanyshyn-Piper sicher - war es doch ausgerechnet eine Frau, der die 100.000-Dollar-Tasche bei einem Außeneinsatz an der Internationalen Raumstation ISS abhanden kam, gefilmt und fotografiert von der eigenen Helmkamera.
Völlig losgelöst? Nicht ganz. Denn statt ins offene Weltall zu fliegen, bleibt die etwa rucksackgroße Tasche offenbar strikt auf der Erdumlaufbahn, ganz in der Nähe des Mutterschiffs - und immer ein paar Minuten voraus. So umrundet sie nun die Erde. Dabei erspähte sie Edward Light aus dem US-Bundesstaat New Jersey, als sie über seinen Garten segelte, wie er dem Internetdienst spaceweather.com berichtete. Und Kevin Fetter aus der kanadischen Provinz Ontario konnte die Tasche sogar filmen, während sie am Stern Eta Pisces im Sternbild Fische vorbeizog.
Zurzeit ist sie jeden Abend auch über Europa zu sehen. Zwischen 18.00 Uhr und 20.00 Uhr zieht sie jeweils rund vier Minuten lang halbhoch über den Südwesthimmel. Die genauen Zeiten gibt es beim Online-Dienst spaceweather.com. Ein Feldstecher ist allerdings nötig, um die Tasche zu erspähen, da sie das Sonnenlicht nur schwach reflektiert. Irgendwann allerdings wird die Tasche ihre Reise beenden und in der Erdatmosphäre verglühen.
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