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Schlusslicht
Schlusslicht
Mit dem Fahrrad ins Internet
Als vor rund zwei Jahren Google mit Autos durch Deutschland fuhr und hiesige Straßenzüge fotografierte, hagelte es Protest: Etliche Menschen wollten ihre Hausfassade höchstens verpixelt im Internet sehen. Ganz anders im kleinen Dorf Cambridge Bay im Norden Kanadas: Extra eingeladen wurde Google von den Einwohnern, damit Menschen weltweit die Region besser kennenlernen könnten.
"Die Menschen denken, wir würden in Iglus wohnen und uns mit Hundeschlitten fortbewegen", sagte ein Einwohner der "New York Times". Es gebe in dem Ort aber Häuser, Straßen und Schneemobile.
Eigentlich ist das von Inuit bewohnte Dorf nur per Flugzeug oder selten per Boot erreichbar. Ein Auto dorthin zu bringen wäre viel zu kompliziert gewesen, sagte eine Google-Sprecherin. Man schickte dann ein speziell ausgerüstetes Fahrrad, das die Straßen des 1500-Einwohner-Dorfs abfotografierte.
Es wird aber wohl bis November dauern, bis Cambridge Bay im Netz besichtigt werden kann. Denn wie überall auf der Welt verpixelt Google zunächst die Gesichter der Menschen auf den Fotos - und das ist hier besonders aufwändig: Ein Gruppe Kinder hat das Kamera-Fahrrad auf Schritt und Tritt verfolgt.
Die Dorfbewohner werden ihren Ort aber nicht sofort im Netz bewundern können, zumindest nicht alle: Die Satelliten-Verbindung im Dorf sei sehr schwach, sagte Einwohner Chris Kalluk. "Wenn einer ein Online-Video schaut, hat der Rest von uns kein Internet mehr."
Stand: 25.08.2012 15:19 Uhr
