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Schlusslicht

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Skurriler Bier-Trend in Japan

Bubble Tea war gestern, jetzt kommt "frozen nama"!

Japanische Kunden bezeichnen es als "niedlich" und "schön". Wie ein Wölkchen, fühle es sich an und erinnere irgendwie an ein Kuscheltier. Dem fantasielosen deutschen Auge mag es dagegen etwas "künstlich" erscheinen. Auch NDR-Korrespondent Peter Kujath hielt das Eis-Schaum-Bier zunächst für eine Attrappe aus Plastik.

Von Peter Kujath, ARD-Hörfunkstudio Tokio.

Eine Gruppe junger Leute steht am Tresen in Marunouchi, einem der Geschäftsviertel in Tokio. Es ist 18 Uhr und die umliegenden Büros schließen bald. Nachdem es die ganze Woche über in der japanischen Hauptstadt mehr als 30 Grad heiß war, ist etwas Kühles dringend notwendig. "Wir benutzen ganz normales Ichiban-Bier von Kirin. Das wird in die Maschine eingefüllt, dann kommt Luft dazu und es entsteht der gefrorene Schaum", erklärt der Chef des Frozen Garden in Marunouchi.

Die Schaumkrone des Bieres sieht in ihrer Eis-Form ein wenig künstlich aus - beinahe so wie die Bier-Attrappen aus Plastik. Aber nach einem ersten, vorsichtigen Nippen ist klar, dass man es trinken kann.

"Man hat das Gefühl, als würde man Schaum essen", beschreibt eine junge Japanerin ihren ersten Eindruck. "Das fühlt sich wie Wölkchen an und erinnert irgendwie an ein Kuscheltier. Eigentlich ist es eher ein Nachtisch wie Sorbet." Den Menschen, ob jung oder alt, scheint es zu schmecken. Die Stimmung ist ausgelassen, jede neue Runde wird erst einmal fotografiert.

Bierglas mit einer Eisschaumkrone.
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Der neueste Trend in Japan: Bier mit Eisschaum.

Zwei junge Frauen sitzen beim Essen und führen Biergläser mit einer Eisschaumkrone zum Mund.
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Diesen Japanerinnen scheint es zu schmecken.

Wie kam es zu der verrückten Bierkreation?

Eigentlich hatte Bier in Japan in den vergangenen Jahren an Beliebtheit verloren, aber das könnte sich dank des "frozen nama" - wie das Eis-Schaum-Bier in Japan genannt wird - wieder ändern. Darauf hofft auch die Herstellerfirma Kirin.

"Die wichtigste Voraussetzung ist ja, dass Bier kalt ist. Das gilt für den Konsum überall auf der Welt. Bier muss kalt getrunken werden. Deshalb wollten wir in dieser Richtung etwas Neues erfinden", betont Miho Tashiro, die für das Eis-Schaum-Bier bei Kirin zuständig ist.

Sie erzählt, dass es von der ersten Idee zum fertigen Produkt ein langer Weg war: "Wir hatten zuerst daran gedacht, dass ganze Bier einzufrieren, aber das lässt sich dann nur schwer trinken. Auch den Schaum allein einzufrieren, war noch nicht das Richtige, weil man dann nicht beides zusammen genießen kann. Deshalb kamen wir auf die Idee, den Schaum mit eiskalter Luft zu versetzen und "frozen" auf das Bier aufzusetzen", berichtet Tashiro. Erst damit sei der vollständige Genuss gewährleistet.

Aufwendiges Verfahren

Der Zapfvorgang dauert allerdings mit 50 Sekunden etwas länger als normal. Denn zuerst wird das Bier eingefüllt und dann aus einer speziellen Maschine der Eisschaum drauf gesetzt. Dafür hält der tiefgekühlte Schaum das Bier rund 30 Minuten lang kalt, wenn man es vorher nicht austrinkt.

Aber der Kühleffekt ist nicht das einzige, was die Japaner an dem Eis-Schaum-Bier schätzen, wie der Betreiber des Frozen Garden zu berichten weiß: "Das ist schon interessant, dass auf einmal die Kunden unser Bier als niedlich oder schön bezeichnen, wenn wir die Gläser auf den Tisch stellen."

Trend breitet sich in Japan aus

250 Restaurants in Japan sind bisher mit der neuen Anlage ausgestattet, die vor allem gut gewartet werden will, um bei minus fünf Grad den richtigen Schaum zu produzieren. 150 Yen, etwa 1,50 Euro, muss man zusätzlich zahlen, um in den Genuss zu kommen. Aber wie diese Gruppe wollen die meisten auf jeden Fall: "Wiederkommen!".

Stand: 21.07.2012 11:20 Uhr

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