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Er wollte sein Online-Image aufpolieren - und wird nun zum Gespött der Österreicher: Bundeskanzler Faymann wirbt seit kurzem auf Facebook für seine Politik. Die Zahl seiner Fans ist für Facebook-Verhältnisse gering - und offenbar sind manche von ihnen sogar falsche Freunde.
Von Jörg Paas, ARD-Hörfunkstudio Wien
Angela Merkel tut es, Barack Obama tut es, und Österreichs Bundeskanzler tut es auch: Seit vier Wochen ist Werner Faymann in den sozialen Netzwerken im Internet aktiv - mit eigenem YouTube-Kanal, Facebook-Auftritt und Kanzler-App, gestaltet von einem Team mit neun Mitarbeitern. Startkapital: knapp 100.000 Euro.
Das Datum für den ersten Auftritt war bewusst gewählt: der 26. Oktober, österreichischer Nationalfeiertag. "Als österreichischer Bundeskanzler will ich regelmäßig über Neues und Wichtiges für unser Land informieren", begründete Faymann seinen Schritt.
Der Erfolg von Faymanns Online-Bemühungen ist allerdings bislang eher bescheiden. Bei Facebook hat er gerade mal 5000 Freunde. Der Rechtspopulist Heinz-Christian Strache von der FPÖ bringt es auf 20 Mal so viele Fans. Und jetzt wird der Kanzler auch noch verspottet, weil sich herausstellte, dass etliche seiner Facebook-Freunde in Wirklichkeit gar nicht existieren.
Allzu offensichtlich waren die immer wieder ähnlich formulierten Lobeshymnen auf Faymanns Politik. Auffallend war auch, dass viele der Online-Unterstützer keinerlei sonstige Aktivitäten und auch keine anderen Freunde hatten. Wer die gefälschten Profile angelegt hat, ist unklar. Das Kanzleramt und die SPÖ-Führung lehnen jede Verwicklung vehement ab.
Wie auch immer: Faymanns Werben um die Gunst der Internet-Gemeinde droht ein Flop zu werden. Zu hölzern, zu defensiv, zu brav, sagen Kritiker wie der PR-Berater Stefan Bachleitner - und jetzt auch noch der Vorwurf der frei erfundenen Freunde im Netz: "Social Media ist ein bisschen so wie eine Stehparty, auf der sehr viele Menschen in einer Konversation sind," sagt er und ergänzt: "Da ist es auch besser, sich einfach mal irgendwo dazu zu stellen und mitzureden, als mit Pauken und Trompeten hineinzumarschieren."
[Bildunterschrift: Erfolgreicher als das Faymann-Original: Die Facebook-Seite von Werner Failmann ]
Während der echte Facebook-Kanzler mit Startschwierigkeiten kämpft, erfreuen sich Faymann-Parodien im Netz wachsender Beliebtheit.
Das Kabarettisten-Trio Maschek zum Beispiel hat den ersten Video-Auftritt neu synchronisiert. Bei ihnen wird Faymann zum jovialen Bauernfreund und verschickt Einladungen zum Ackerpflügen - und zum Freundsein natürlich.
Weit mehr Beliebtheit als der Kanzler erlangte indessen bisher sein digitaler Doppelgänger: Werner Failmann - abgeleitet vom englischen Wort "fail", also "scheitern". Failmann sieht genau so aus wie Faymann und zieht auf seiner Website täglich den echten Kanzler durch den Kakao. Wer hinter dem Projekt steht, ist nicht bekannt. Die Betreiber der Seite können sich jedenfalls freuen: Ihr Satire-Double hat auf Facebook derzeit mehr als 1000 Freunde mehr als das Original.
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