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Seit Jahrhunderten beschäftigt das Problem Wissenschaftler, Philosophen, Künstler und Friseure. Nun ist es in einer einmaligen interdisziplinären Anstrengung gelungen, eines der letzten Geheimnisse der Menschheit zu lösen. Forscher in Cambridge fanden sie: die Formel für den perfekten Pferdeschwanz.
Von Wulf Rohwedder, tagesschau.de
Leonardo da Vinci hat darüber seine Notizen gemacht, die Gebrüder Grimm sie in ihren Märchen verewigt, Komiker mit Migrationshintergrund ihre Show darauf aufgebaut: Lange Haare faszinieren die Menschheit, insbesondere, wenn sie zu schönen Menschen gehören. Doch warum fließt bei dem einen der Pferdeschwanz seidig dahin, während bei dem anderen schon Haare jenseits der Streichholzlänge zum ewigen Verfilzen verdammt sind?
Raymond Goldstein, Professor für komplexe physikalische Systeme der Universität Cambridge ist sich sicher: Die Antwort liegt in einer einzigen Konstante. Die "Rapunzel-Zahl" bestimmt eben jenes Verhältnis von Schwerkraft, Elastizität und Lockigkeit, die entscheidet, ob die Strähnen glatt herunterhängen, locker bauschen oder unkontrolliert kräuseln. Und zusammen mit dem Physikstatistiker Patrick Warren und Robin Ball, einem Spezialisten für selbstorganisierte Systeme, hat er eben jene Zahl gefunden.
Bald wird sich also jeder ausrechnen können, ob sich die zeitliche wie pflegerische Investition in eine Langhaarfrisur rentiert. Goldstein glaubt aber, dass das erst der Anfang ist: Die "Rapunzel-Zahl" soll nicht nur die Frisurenwelt, sondern auch Gebiete wie die Textiltechnik und die Computeranimation revolutionieren.
Doch wie lautet die "Rapunzel-Zahl" nun? Auf die Auflösung des Geheimnisses wird die Welt noch ein wenig länger warten müssen: Goldstein wird seine detaillierten Ergebnisse erst Ende des Monats auf einer Fachtagung vorstellen. Bis dahin bleibt noch genügend Zeit, einmal ordentlich durchzuwaschen und durchzukämmen. Oder sich Extensions zu besorgen.
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