Schlusslicht: Mein Schatzzzzzzz ...

Schlusslicht

Schlusslicht

Putin und der Ring

Mein Schatzzzzzzz ...

Eine solche Tat hat schon Kriege ausgelöst, ganze Völker in ihr Unglück gestürzt, Elben und  Zauberer gegen Trolle und Orks aufgebracht. Und doch scheint zumindest ein Mann bisher nicht daraus gelernt zu haben. Aber vielleicht kann man Wladimir Putin noch der Macht des gestohlenen Ringes entziehen.

Von Wulf Rohwedder, tagesschau.de

Es geschah - gemessen an der Halbwertszeit einer Nachrichtenseite - vor grauer Vorzeit: Der Herrscher des russischen Reiches bekam 2005 Besuch von einem Anführer aus dem fernen Amerika. Robert Kraft, stolzer Besitzer einer Football-Mannschaft, zeigte Wladimir Putin seinen Ring, den er und seine Recken gerade als Preis für den Gewinn des Superbowl-Finales errungen hatten.

Wiederholen ist gestohlen!

Putin war von der Schönheit und der Macht der Preziose so geblendet, dass er sie nicht mehr hergeben wollte. Unter dem Schutz seiner Schergen entfernte er sich mit dem einen Ring - nicht ohne vorher noch angemerkt zu haben, das man mit einem derartig massiven Geschmeide jemanden töten könne.

Jetzt, nachdem die "New York Post" die Geschichte wieder aufbrachte, ließ der neue Herr des Ringes verlauten, dass er diesen als Geschenk erhalten habe und deshalb nicht wieder hergeben werde. Doch nicht nur das: Kraft erzählte, er habe von seinen eigenen Herrschern die Anweisung erhalten, gute Miene zum bösen Spiel zu machen. Washington habe ihn angewiesen, den umstrittenen Ringtransfer rückwirkend ebenfalls zur Schenkung zu erklären, um die komplexen Beziehungen zum Reich-des-nicht-mehr-so-Bösen nicht zu verschlechtern.

Lesen bildet - Kino auch

Putin: "Meeeeein Schatz..." (Bildquelle: AP)
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Der schicksalhafte Moment: Putin steckt sich den Ring an.

Kommt ihnen bekannt vor? Richtig - so begann auch der ganze Ärger in Mittelerde. In der Folge wurden ganze Völker in der Phantasiewelt Tolkiens durch den blutigen Konflikt um das Geschmeide dahingerafft. Aus dem Schicksal des armen Gollum lernen wir zudem, was ein zu Unrecht erworbener Ring mit dem Charakter, Integrität und psychischen Gesundheit anrichten kann.

Gereinigt im Feuer des Schickssalsstadions

Eigentlich kann es deshalb nur eine richtige Entscheidung geben: Kraft muss den Ring zurückerobern und sich mit seiner Mannschaft von 2005 auf den Weg nach Jacksonville in Florida machen, wo die ganze Geschichte ihren Anfang nahm. Erst wenn er im Schicksalsstadion der Super Bowl XXIX das corpus delicti zerstört hat, wird seine böse Macht endgültig gebannt sein.

Stand: 17.06.2013 17:10 Uhr

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