Schlusslicht

Schlusslicht vom 25.3.2013

Die neue First Lady verzückt das Land Chinas Kampfansage an Michelle Obama

Stand: 25.03.2013 17:43 Uhr

Amerikaner und auch Briten müssen jetzt ganz stark sein: Peng Liyuan hat die Uniform abgelegt. Seit einiger Zeit lässt Chinas neue First Lady nicht mehr die Volksbefreiungsarmee nach ihren Schnulzen tanzen. Mit Ehemann und Staatschef Xi Jinping erstmals auf Auslandsreise fordert sie niemand geringeres als Michelle Obama und Kate Middleton heraus.

Von Ruth Kirchner, ARD-Hörfunkstudio Peking

Eigentlich kennen die Chinesen Peng Liyuan vor allem so: In Generalmajors-Uniform auf der Bühne oder in vor Waffen strotzenden Videos, in denen sie die Stärke der Nation besingt.

Peng Liyuan (Bildquelle: REUTERS)
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Mal elegant in schwarz mit roten Schal, ...

Peng Liyuan (Bildquelle: AP)
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... mal im weißen Seiden-Kostüm.

Aber jetzt wird sie zur Fashion-Ikone - mal im eleganten schwarzen Mantel, mal im weißen chinesischen Seiden-Kostüm wie aktuell in Tansania. China ist begeistert. Im Internet wird Peng Liyuan mit Lob überschüttet. "Die First Lady ist so selbstbewusst und elegant, so hübsch und voller Ausstrahlung", heißt es da: "Damit beginnt auch unser Land mit der Diplomatie der Präsidentengattinnen."

Neue First Lady stiehlt Chinas Staatschef die Schau
R. Kirchner, ARD Peking
25.03.2013 16:14 Uhr

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Über den Präsidenten redet keiner mehr

Selbst die staatlich kontrollierten Zeitungen machen für Peng Liyuan eine Ausnahme. Statt eines Hände schüttelnden Präsidenten zeigen sie vor allem die Frau an seiner Seite mit hoch toupiertem Haar. Über ihn redet keiner mehr.

"Wenn ich bei einer Präsidentschaftswahl wählen dürfte, dann würde ich ihr meine Stimme geben", jubelt das Volk: "Sie ist hübscher als Amerikas Präsidentengattin Michelle Obama und schöner als Englands Kate Middleton."

KP wagt sich auf neues Terrain

Der Hype um die 49-Jährige ist ungewöhnlich, denn die Frauen chinesischer Spitzenpolitiker traten bislang fast nie in der Öffentlichkeit auf. Eine Spätfolge der Kulturrevolution, als Maos Frau Jiang Qing als Kopf der Viererbande politische Gegner verfolgte und später selbst im Gefängnis landete.

Peng Liyuan (Bildquelle: REUTERS)
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Beim Besuch des chinesischen Präsidentenpaares in Tansania jubelten die Menschen der Präsidentengattin Peng Liyuan zu.

Mit Peng Liyuan wagt sich die KP jetzt auf neues Terrain. Bislang mit Erfolg. "Endlich haben wir eine First Lady, die wir der Welt präsentieren können. Ich bin so stolz auf sie", schreibt jemand im Internet.

Gut für das Image der Partei

Dass die glamouröse Peng Liyuan nützlich sein kann, hat auch die KP längst verstanden. Sie ist gut für das Image der Partei, der neuen Führung und des Landes. Sie helfe Chinas Ansehen, jubeln chinesische Zeitungen.

Im Ausland ist der neue Stern am chinesischen Diplomaten-Himmel allerdings bislang kaum wahrgenommen worden. Der Hype beschränkt sich aufs Inland. Im Ausland hat man vermutlich ein bisschen Probleme mit ihrer Vergangenheit in der Armee - und ihrem Gesangs-Stil. Denn eine Carla Bruni ist die Generalmajorin mit Sicherheit nicht.

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