Schlusslicht

Schlusslicht (Bildquelle: dpa)

Gefällt mir nicht Surfer unter Strom

Stand: 26.08.2013 17:03 Uhr

Hallo, schon wieder hier bei uns auf tagesschau.de? Gut so - und allemal besser, als die Zeit damit zu verschwenden, sich in sozialen Netzwerken und einschlägigen Foren herumzutreiben. Denn dort kann einen der Schlag treffen - wenn man denn will.

Von Wulf Rohwedder, tagesschau.de

Facebooksüchtiger, Twitterjunkie, Forenfreak, Meta-Monster - noch vor wenigen Jahren hätte wohl niemand daran gedacht, dass soziale Netzwerke eine ganze Reihe von neuen Krankheitsbildern und Persönlichkeitsstörungen hervorbringen werden.

Sogar Studenten der US-Edelhochschule MIT sind dagegen nicht gefeit. Doch im Gegensatz zu normalen Netzjunkies können sie etwas dagegen tun: So sahen die Doktoranden Robert Morris und Dan McDuff ein, dass sie ein Problem hatten, als sie mehr als 50 Stunden auf Facebook & Co. verbrachten, statt sich ihrer Forschungen zu widmen.

Das zwiebelt

Die Lösung lag nahe: Warum nicht beides verbinden? Die Wissenschaftler entwickelten ein Gerät, dass die Tastaturablage unter Strom setzt, sobald eine bestimmte Zeitgrenze beim Surfen überschritten wurde. So weit, so gut - die abschreckende Wirkung der gesundheitlich ungefährlichen Stromschläge hielt jedoch nur eine gewisse Zeit an, so Morris in seinem Blog.

Schimpf und Schande statt Surfen

Da bedurfte es schon härterer Maßnahmen. Höhere Spannungen und Stromstärken fielen aus, da diese Funktionsfähigkeit von Computer und Anwender nachhaltig beeinträchtigen könnte. Also musste die Psychologie ran: Für die ganz harten Fälle programmierte Morris eine Anwendung, die bei anhaltender Facebooknutzung automatisch Aufträge an eine Plattform für freiberufliche Gelegenheitsarbeiter vergibt.

Diese beschimpfen dann den Surfer am Telefon und fordern ihn auf, mal etwas Vernünftiges zu machen. So gibt es gleich einen doppelten pädagogischen Effekt: Der Betroffene muss nicht nur die Beleidigungen ertragen, sondern den Anruf auch noch selbst bezahlen.

Es geht noch härter!

Hardcore-Abhängige wird das aber auch nicht dauerhaft abschrecken. Deshalb von uns ein paar Vorschläge für Eskalationsstufen: Wenn Elektroschocks und Motzanrufe nichts mehr bringen, wird die Webcam aktiviert und das Foto des vor der Tastatur hängenden Dauersurfers automatisch gepostet und getwittert. Und wenn gar nichts mehr hilft, schickt die Anwendung eine Liste der letzten 100 besuchten Seiten an Freunde, Lehrer, Professoren - und natürlich an die eigene Mutti.

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