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[Bildunterschrift: Will ein freizügigeres Bayern: Rebellen-Landrätin Gabriele Pauli ]
Bei aller landsmannschaftlichen Häme - in jüngster Zeit hat man sich auch im Norden gelegentlich Sorgen um den Zustand Bayerns machen müssen. Einige bewährte Institutionen des Freistaats scheinen zu wanken: Dem Amt des Ministerpräsidenten bringt man nicht mehr die gebührende Hochachtung entgegen, dem Fleisch mischen gierige Schlachter Gammelbrocken bei und auch die Ehe ist bei unseren südlichen Mitbürgern nicht mehr selbstverständlich auf lebenslänglich angelegt.
So kam der Familienreport 2006 nicht umhin festzustellen: Die Zahl der Scheidungen nimmt auch in Bayern zu. Die Gründe hierfür liegen, wie es sich für viele delikate Aspekte des ehelichen Beisammenseins gehört, im Dunkeln. Möglicherweise dämpft ja der Genuss abgelaufener Lebensmittel die Libido, vielleicht triumphiert in vielen Partnerschaften doch der Laptop über die Lederhose, und Latex als Hilfs- und Stilmittel hat sich auch noch nicht überall durchgesetzt.
Was uns geradewegs auf Gabriele Pauli bringt, von der lebenszugewandten Presse gerne als "die schöne Landrätin von Fürth" tituliert. Frau Pauli hat mit obengenannten Institutionen ihre Erfahrungen, ist geschieden, hat unter gütiger Mithilfe von Günter Beckstein und Erwin Huber den Dr. Edmund Stoiber abserviert und will nun CSU-Vorsitzende werden.
Frau Pauli kennt also das Leben, die Bayern, das Fleisch und ihre Partei und hat nun einen Vorschlag eingebracht, der zumindest die Ehe wieder attraktiv machen soll: Eheschließungen mit einem kürzeren Mindesthaltbarkeitsdatum - die Ehe auf Zeit. Erst einmal das Ja-Wort auf sieben Jahre befristen, und dann, gegebenenfalls, noch einmal verlängern, vielleicht sogar bis ans Ende aller Tage. Klarer Vorteil laut Gabriele Pauli: Die Scheidungskosten werden geringer - man spart also eine Stange Geld.
Es steht außer Zweifel, dass Frau Pauli mit diesem Vorschlag die Herzen ihrer Parteifreunde gewinnen wird, vielleicht hat sie bei der einfachen Trennungsmöglichkeit sogar an prominente Christsoziale gedacht. Kein Bayer muss sich mehr quälen, wenn ihn oder sie fern der Heimat die Bärenhaut juckt - sieben Jahre sind ja flugs vorbei.
Und wenn in Zirndorf oder Wolfratshausen die Brötchen auch nach der ersten Frist noch frisch schmecken - einfach sofort Vertragsverlängerung anbieten. Das Leben kann so einfach sein. Niemand muss sich gründlich prüfen, sondern kann nach der Devise des Firlefanz handeln: Heiraten mer ma - kostet ja nix.
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