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Für einen guten Christen und Tierfreund kann es schon ein Dilemma sein: Am jüngsten Tag dürfen sie mit Jesus in das Himmelsreich fahren, das verspricht ihnen der Apostel Paulus in seinen Briefen an die Thessaloniker. Ihre geliebten Haustiere müssen sie jedoch zurücklassen - bei denen, die vom Glauben abgefallen sind und keinen Platz im Reich Gottes haben.
[Bildunterschrift: Und wer geht jetzt mit mir Gassi? After the Rapture Pet Care hilft! ]
Eben jene Sünder sollen sich nun auf der Website aftertherapturepetcare.com - in etwa: "Haustierpflege nach dem Jüngsten Gericht" - als mögliche Tierpfleger registrieren lassen, um sich um die Lieblinge der Himmelsfahrer zu kümmern. Qualifiziert ist jeder, der sich als Tierfreund versteht und nicht an die Auferstehung und das Jüngste Gericht glaubt, sich somit automatisch selbst des Rechts auf Himmelfahrt beraubt. Laut "After the Rapture Pet Care" dürfte das auf die Mehrheit der Menschheit zutreffen.
Gute Christen können auf der Website ihre Tiere eintragen, um die sich die Sünder dann kümmern sollen. Unter der Terrorherrschaft des Antichristen dürfte genügend Zeit sein, um Häufchen wegzumachen, Futterdosen zu öffnen und Ställe auszumisten, so die Verantwortlichen. Für die Zeit der Verdammnis hat "After the Rapture Pet Care" alle Daten der Tiere auf dem Server von Google gespeichert. Offenbar misstraut die Organisation Googles Motto "Don’t be evil" - "Sei nicht böse" und geht davon aus, dass der Suchmaschinenanbieter auch unter Satans Ägide reibungslos weiterarbeiten wird.
Für die Unkosten müssen die ungläubigen Tierfreund selbst aufkommen. Dafür erhalten sie die Zusage, dass niemand versuchen wird, sie auf den christlichen Pfad der Tugend zurückzuführen. Aber das wäre im Sinne des Programms ja auch irgendwie kontraproduktiv.
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