Schlusslicht: Keine Ferien mit Knöllchen

Schlusslicht

Strafzettel und Flughafen Schipol (Bildquelle: picture alliance / dpa)

Zahlen oder bleiben

Keine Ferien mit Knöllchen

Herd und Bügeleisen aus? Kümmert sich jemand um Post und Pflanzen? Gut, dann kann es ja in den Urlaub gehen. Aber sind auch alle Knöllchen bezahlt? Ach, Sie meinen, das geht auch nach den Ferien. Der niederländische Grenzschutz sieht das aber anders - und bietet deshalb einen ganz besonderen, äh, Last-Minute-Service. Für die Urlaubskasse gilt dann: Wenn du gehst, dann geht nur ein Teil von dir - der Rest bleibt leider hier.

Von Ludger Kazmierczak, ARD-Hörfunkstudio Kleve

Sie haben die Koffer bereits aufgegeben und die Bordkarte schon in der Hand. Auf dem Weg nach Curacao, Florida oder Thailand müssen die Passagiere nur noch schnell die Ausweiskontrolle passieren - reine Routine bei Reisezielen außerhalb der EU.

Doch aufgepasst: Wer zu Hause Bußgeldbescheide gehortet und nicht bezahlt hat, den bitten die freundlichen Grenzschützer zur Kasse. Und zwar sofort, so Robert van Kapel von der Königlichen Marechausse, der Polizeieinheit auf dem Flughafen in Amsterdam-Schiphol: "Vor allem trifft es jene, die systematisch nicht bezahlen. Die laufen wirklich Gefahr, ihren Urlaub zu verpassen, weil sie zu lange bei der Marechausee sitzen, um ihre Bußgelder zu bezahlen - und da führt kein Weg dran vorbei."

Da musste erst der Chef kommen

Vor ein paar Tagen erwischten die Grenzschützer einen 38-jährigen Niederländer, bei dem noch 48 Verkehrsbußen über insgesamt 9846,29 Euro offenstanden. Der Mann weigerte sich zu zahlen, verpasste seinen Flieger und durfte erst nach Hause gehen, als sein Arbeitgeber vorbeikam, um die Schulden zu begleichen.

So oder so ähnlich erging es auf dem Flughafen Schiphol im vergangenen Jahr 7200 Passagieren, von denen ungefähr zehn Prozent nicht bezahlen konnten oder wollten. In den meisten Fällen nehmen wir sie dann mit. Sie sitzen dann ein paar Tage im Gefängnis, weil sie das Bußgeld nicht sofort bezahlen.

Amsterdamer Flughafen Schiphol treibt Bußgelder ein
L. Kazmierczak, ARD Den Haag
10.08.2013 06:46 Uhr

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Hat sich doch gelohnt

1,2 Millionen Euro kamen auf diese Weise zusammen. Und schon jetzt zeichnet sich ab, dass die Summe in diesem Jahr wohl noch etwas höher ausfallen wird. Passagiere, die ihren Flug nicht verpassen wollen, sind also gut beraten, schon weit vor dem Abflug reinen Tisch zu machen.

"Ich glaube nicht, dass ich noch was zahlen muss", sagt ein Passagier. "Und wenn, dann sind es 58 Euro. Es ist gut, dass sie das machen. Ich denke, dass ich so durchlaufen kann. Ich habe zu Hause noch ein paar Knöllchen für zu schnelles Fahren, aber die sind alle jüngeren Datums." Doch seine Frau stoppt ihn: "Sei still und lass’ uns nicht darüber reden."

Na denn: prettige vakantie - schönen Urlaub!

Stand: 09.08.2013 18:40 Uhr

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