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Ob rosa, grün, blau oder schwarz - Jacke und Hose gehören bei Kanzlerin Angela Merkel zum Standardrepertoire für Gipfeltreffen, so auch zuletzt bei ihrem Staatsbesuch in Paris. Was sie wohl nicht wusste: Genau genommen hat sie sich mit ihrem Outfit gegen örtliche Gesetze verstoßen.
Jede Frau, die sich in Paris wie ein Mann zu kleiden wünsche, müsse persönlich auf der Hauptwache erscheinen und eine Genehmigung ersuchen, ordnete 1800 der Polizeichef der Seine-Metropole an. Die Juristin Evelyne Pisier entdeckte das alte Gesetz und stellte fest, dass es nie abgeschafft wurde, berichtet die britische Zeitung "The Telegraph". Übrigens gilt es auch für die Pariser Polizistinnen, die nach Dienstanweisung zum Tragen von Hosen verpflichtet sind.
Dabei handelt es sich keinesfalls um eine einmal erlassene und dann vergessene Verordnung, im Gegenteil: 1892 wurde sie insofern liberalisiert, dass Frauen grundsätzlich männliche Kleidung tragen dürfen, wenn sie die Zügel eines Pferdes halten. 1909 - die Moderne ließ sich nicht mehr aufhalten - wurde die Klausel um das Führen von Fahrrädern erweitert.
Weitere Liberalisierungspläne scheiterten jedoch: Sowohl 1969 als auch 2003 wurden Initiativen, die Verordnung abzuschaffen, abgelehnt. Es würde doch ausreichen, wenn man sie einfach nicht mehr anwenden würde, so das Polizeipräsidium. Unklar ist jedoch, was passieren würde, wenn jemand eine behoste Pariserin tatsächlich anzeigen würde, womöglich noch einen Staatsgast. Doch als guter Gastgeber wird Präsident Sarkozy für diesen Fall sicherlich ein Pferd oder zumindest ein Fahrrad bereithalten.
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