Schlusslicht: Eine alte Kuh für den Papst

Schlusslicht

 Screenhot: Papamobil (http://vaticaninsider.lastampa.it/)

Neues, altes Auto für Franziskus

Eine alte Kuh für den Papst

Protz und Papst passen nicht zusammen, hat Franziskus immer wieder klar gemacht. Daher ist sein "neues" Auto auch weder eine glitzernde Limousine noch ein spritfressender SUV. Eine päpstliche Farbe hat "la mucca" aber allemal.

Von Jan-Christoph Kitzler, ARD-Hörfunkstudio Rom

Diese Geschichte beginnt wie inzwischen viele Geschichten, die mit Papst Franziskus zu tun haben: mit einem einfachen Telefonanruf. Also etwa so: "Hallo, hier ist Papst Franziskus. Also bringst Du mir den Wagen, den Du mir angeboten hast?"

Am anderen Ende der Leitung ist Don Renzo Zocca, ein Dorfpfarrer aus der Nähe von Verona. Er hatte dem Papst einen Brief geschrieben, ihm von seinem Leben erzählt und ihm sein altes Auto angeboten, mit dem er ein Vierteljahrhundert in seiner Gemeinde unterwegs war. Ein fast 30 Jahre alter Renault R4, der in Italien "la mucca", die Kuh, genannt wird und der schon 300.000 Kilometer auf dem Buckel hat. Entsprechend durchgesessen sind die Sitze.

Immerhin weiß - das neue, alte Auto des Papstes
J.-C. Kitzler, ARD Rom
09.09.2013 12:27 Uhr

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Nicht gerade das, was man sich unter einem Papamobil vorstellt, aber immerhin ist der Wagen weiß. Und er passt irgendwie auch zu diesem Papst, der sich schon vor ein paar Wochen in einer Predigt als als Gegner teurer und protziger Autos zu erkennen gab: "Ich sage Euch, mir tut es weh, wenn ich einen Priester oder eine Ordensschwester mit dem allerneusten Modell sehe. Das geht doch nicht. Ich glaube, dass Autos nötig sind, weil wir viel transportieren müssen, aber nehmt doch ein etwas bescheideneres Auto."

Probefahrt hinter hohen Mauern

Screenhot: Papamobil (http://vaticaninsider.lastampa.it/)
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Der Vatican Insider der "La Stampa" veröffentlichte dieses Foto von Papst und R4.

Das hat Franziskus getan: Am vergangenen Wochenende hat Don Renzo den Wagen nach Rom gebracht. Sicherheitshalber mit einem Transporter. Aber hinter den Vatikanischen Mauern hat es dann noch eine Probefahrt gegeben. Zu viert, der Papst saß auf dem Beifahrersitz. Die 30 Pferdestärken des R4 sollen die Tachonadel auf 30 Km/h hochkatapultiert haben.

Wann und wie oft Franziskus den Wagen nutzen will, ist noch nicht bekannt. Immerhin hat er schon so manches Mal die großen Karossen verschmäht, die der Kirchenstaat für sein Oberhaupt bereit hält. Und das neue Gefährt des Papstes dürfte ganz nebenbei auch den Druck auf deutsche Bischöfe erhöhen, denen ein luxuriöser Lebensstil vorworfen wird.

Stand: 09.09.2013 15:23 Uhr

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