Schlusslicht: Wir sind die Röbötör

Schlusslicht

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Die Helfer mit dem Inbusschlüssel

Wir sind die Röbötör

Sind Sie mit einem einfachen Schraubenzieher überfordert? Keine Ahnung, wo ein Inbusschlüssel reingehört? Stellt ein Hammer in Ihrer Hand eine akute Verletzungsgefahr für Sie und die Menschen in Ihrer Umgebung dar? Dann mussten Sie bisher ihre Möbel wohl am Stück und nicht in praktische Scheiben zerlegt kaufen. Doch jetzt gibt es eine Hightech-Hilfe für Menschen mit zwei linken Händen.

Von Wulf Rohwedder, tagesschau.de

Schwedische Möbel zum Selbstzusammenbauen haben innerhalb weniger Jahrzehnte die Welt erobert: Lediglich mit dem meist mitgelieferten Inbusschlüssel und einigen haushaltsüblichen Werkzeugen bewaffnet soll jeder in der Lage sein, seine individuelle Wohnwelt zusammenzuschrauben.

Ja, sollte. Die Realität sieht oft anders aus: Beim 20. Nagel stellt man fest, dass die Rückwand wohl doch mit der schönen Seite nach vorne gehört. Wenn die Schraube auf der anderen Seite durchs Furnier bricht, war es wohl doch die falsche. Kurz gesagt: Eigentlich braucht man doch Genies, um die Möbel korrekt zusammenzusetzen.

Eine Aufgabe für die Besten

Die findet man zum Glück an der US-Eliteuni Massachusetts Institute of Technology (MIT): Wissenschaftler der Distributed Robotics Lab des MIT stellten diese Woche auf der International Conference on Robotics and Automation (ICRA) in Karlsruhe ein System kooperierender Roboter vor, die sich erfolgreich der Herausforderung des schwedischen Pressspans stellen.

Macht mal weiter, ich gehe Köttbullar essen

Die Roboter gehen dabei im Prinzip genauso vor, wie es auch die meisten menschlichen Möbelbauer versuchen: Sie ignorieren die beigelegte Anleitung und puzzeln so lange mit den Teilen herum, bis so alle verbraucht und alle Bohrungen irgendwie gefüllt sind sowie hoffentlich ein funktionsfähiges Möbelstück entstanden ist - ohne dabei allerdings zu Wutanfällen zu neigen.

Zwei Roboter brauchen gerade einmal zehn Minuten für einen Beistelltischchen. Eventuell ist noch ein dritter nötig, um nach verlorenen Schrauben und Kleinteilen zu suchen. Ermutigt durch den Erfolg will sich das MIT-Team nun auch an komplexeren Möbeln versuchen.

Und wer bastelt die zusammen?

Die "youBots" stammen übrigens aus Deutschland und sind im gut sortierten Online-Roboterhandel erhältlich. Für den Stückpreis eines Helfers kann man allerdings nicht nur ein Einfamilienhaus mit schwedischen Bastelmöbeln ausstatten, sondern auch die dafür notwendigen menschlichen Handwerker bezahlen. Und bevor die Roboter loslegen können, muss der Anwender sie erst einmal - zusammenbauen.

Stand: 11.05.2013 14:59 Uhr

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