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[Bildunterschrift: Korrekte Wortstellung seine Sache nicht ist - Jedi-Meister Yoda mit Meister Mace Windu alias Samuel L. Jackson ]
Fast jeder kennt sie - zumindest alle, die mindestens einen Teil der Starwars-Sage des Regisseurs George Lucas gesehen hat. Doch nur wenige wissen, dass sie auch mitten unter uns leben: Die Jedi-Ritter, die das Gute im Universum bewahren wollen. Dabei verstecken sich die Jünger von Jedi-Großmeister Yoda schon seit Jahren nicht mehr: Schon 2001 konnten die Jedis in Großbritannien einen Achtungserfolg erzielen, als sie durchsetzen, dass ihre Glaubensrichtung offiziell in die Liste für die Volkszählung aufgenommen wurde.
Bei dem darauffolgenden Zensus bekannten sich in England und Wales 390.000 Menschen zum Jeditum und machten sie so zur viertstärksten Glaubensgemeinschaft, nur knapp hinter den Hindus. Besonders stark war die "Die Macht" in den Jedi-Hochburgen Oxford und Cambridge, aber auch im Seebad Brighton, während sich in Sedgefield, dem Wahlkreis von Premierminister Tony Blair nur wenige Jedis bekannten. Manche Ritter sehen dies als Zeichen, dass diese Region bereits der dunklen Macht verfallen sein könnte.
Auch in anderen Ländern erfreut sich die Jedi-Religion, trotz der zuletzt eher enttäuschenden Fortsetzungen der Starwars-Saga, wachsender Beliebtheit. In Rumänien wurde sogar eine Religionsakademie eröffnet, in dem die korrekte Führung des Laserschwerts und die Sprache der Wookies gelehrt wird, jener haariger Wesen mit eher beschränktem Wortschatz, die den Jedi-Rittern als treue Begleiter dienen.
[Bildunterschrift: Gut, dass es auf der Erde Jedi-Ritter gibt, um ihn aufzuhalten: der böse Darth Vader und Entourage bei einem Kinobesuch in Berlin. ]
So ist es nicht verwunderlich, dass die Jedi-Ritter nun nach offizieller Anerkennung verlangen. Zwei britische Vertreter besuchten die britische Dependance der Vereinten Nationen, um, begleitet von ihrem Haus-Wookie, für die offizielle Anerkennung ihrer Religion zu werben. Ach ja, außerdem möge man den Internationalen Tag der Toleranz bei dieser Gelegenheit doch bitte zum Interstellaren Tag der Toleranz ausweiten, so die Forderungen von Umada und Yunyun, bürgerlich John Wilkinson und Charlotte Law. Schließlich würde man sich genau wie die Uno als Hüter der Toleranz und des Friedens verstehen. Noch steht die Antwort der Uno aus.
Wer nun aber glaubt, selbst seine spirituelle Heimat im Jeditum gefunden zu haben, kann sich getrost an die "offizielle" Website der Jedi-Ritter wenden: Die Initiierung ist einfach. Keine dunklen Rituale, keine schweren Prüfungen, nicht mal der Ankauf einer gewissen Menge von Starwars-Fanartikeln ist nötig - der Glaube an die Macht reicht aus. Dafür darf man vom Jeditum auch nicht allzu viel erwarten. Die coolen Kutten muss man sich selbst besorgen, ein funktionierendes Laserschwert bekommt man auch nicht.
Zwar bieten die irdischen Jedi-Meister konkrete Anleitungen zum Meditieren - diese beschränken sich jedoch weitgehend auf Atemtechniken, die es dem Anwender keinesfalls ermöglichen, irgendwelche Gegenstände durchs Zimmer schweben zu lassen. Immerhin sind die Anweisungen in klarem Englisch gehalten. Das wird insbesondere denen helfen, deren Sache nicht ist die eigenwillige Grammatik und Wortstellung von Jedi-Meister Yoda.
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