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Schlusslicht

Schlusslicht

Echt Blech

Der Zinn des Lebens

Das ist so fies: Da arbeitet ein Sportler jahrelang, oft einen Großteil seines Lebens auf den einen großen Moment bei den Olympischen Spielen hin und am Ende dann fehlen ein paar Zentimeter, Hundertstelsekunden oder Bruchteile von Punkten für das Treppchen. Aber die aktuellen Sommerspiele finden ja in London statt - und dort kann man immer mit der sprichwörtlichen britischen Fairness rechnen.

Von Wulf Rohwedder, tagesschau.de

Was kommt nach Gold, Silber und Bronze? Zinn - zumindest, wenn man David Mitchell aus dem britischen Cromford Glauben schenken darf. Aus eben diesem Material ließ der Buchhändler nämlich Preise für die wohl unglücklichsten Teilnehmer der Olympischen Spiele fertigen: Die Athleten, die mit einem vierten Preis die regulären Medaillenränge knapp verpasst hatten.

Sogar besser als Bronze

"Zinn ist ein traditionelles britisches Metall", erklärte Mitchell dem "Derby Telegraph". Da wäre es doch eine große Geste, wenn die Spiele in London als erste Medaillen aus dem Material verteilen und so eine neue Tradition begründen würde. Nun ist Bronze bereits eine Kupfer-Zinn-Legierung. Zinn ist aber teurer als Kupfer, so dass eine Zinn-Medaille genau genommen wertiger ist als eine Bronze-Auszeichnung. Aber hier zählt dann wohl wieder der Olympische Gedanke.

Alles muss man selbst machen

Leider war das IOC anderer Meinung über die Idee, was Cromford jedoch nicht entmutigte: Er verschickt nun die Medaillen auf eigene Kosten an die, die es nicht auf das Siegertreppchen geschafft haben. Cromfords olympisches Budget reicht jedoch nur für 20 Zinn-Medaillen inklusive Gravur. Deshalb bedenkt er vornehmlich britische Athleten. Als erstes wurden die Synchronspringer Tom Daley und Peter Waterfield von ihm bedacht.

Und dann?

Vielleicht macht Cromfords Idee ja auch in anderen Ländern Schule. Dann bleibt noch die Frage, was mit dem nunmehr unglücklichen Fünften geschieht. Hier bietet sich ein bewährtes Prinzip deutscher Sportmotivation an: Für jeden gibt es eine Teilnehmerurkunde. Nach den diversen Präsidentenwechseln dürften im Schloss Bellevue noch ein paar ungenutzte, aber bereits unterschriebene Exemplare herumliegen.

Stand: 06.08.2012 10:46 Uhr

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