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Schlusslicht
Twittern nach dem Tod
Vögel, wollt ihr ewig leben?
Ob über Computer oder Smartphone - von überall auf der Welt können wir mitteilen, was uns bewegt, sofern es in 140 Zeichen passt. Ich twittere, also bin ich. Aber muss ich auch noch existieren, um zu twittern? Natürlich nicht: Dank moderner Technik können nun auch Unannehmlichkeiten wie das eigene Ableben nicht mehr dabei stoppen.
Von Wulf Rohwedder, tagesschau.de
"Guck mal, ein toter Vogel" - so beginnt ein hinreichend bekannter Kalauer. Doch um dahingeschiedene Zwitschertiere zu erleben, muss man bald weder zum Himmel noch auf den Boden sehen: Wenn sich die Idee der Entwickler von "LivesOn" durchsetzt, steht dem Netz bald eine Invasion von twitternden Zombies bevor.
Piepsen aus dem Grab
"When your heart stops beating, you'll keep tweeting" - wenn Dein Herz aufhört zu schlagen, zwitscherst du weiter, lautet das Versprechen der Programmierer. Sie bieten an, die Tweets eines Nutzers mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz auf Vorlieben, Geschmack und Syntax zu analysieren.
Sein "LivesOn" Alter Ego übernimmt das Konto und lässt die Nachrichten weiter fließen, sobald sich ihr ursprünglicher Autor von dieser Welt verabschiedet hat. Denn, "am Ende sind wir doch alle nur Nullen und Einsen", wie "LivesOn" twittert.
Ich habe da schon einmal etwas vorbereitet
Schon jetzt hätten sich mehr als tausend Interessenten angemeldet, erklären die Macher. Ein wenig müssen sie jedoch noch durchhalten: Der Dienst wird wohl erst in ein paar Wochen, nun ja, live gehen. Die Zeit bis zu seinem Ableben kann der "LivesOn"-Nutzer dann übrigens noch nutzen, seinem untoten Nachfolger die Feinheit des eigenen Stils nahezubringen. Und für den Fall, dass sein Zwitscherzombie einmal Amok laufen sollte, soll der Kunde einen postmortalen Digitalexekutor bestimmen, der das "LivesOn"-Konto endgültig killt.
Stand: 21.02.2013 21:10 Uhr
