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Lange gehörten die Einwohner des pazifischen Inselstaates Samoa zu der glücklichen Mehrheit derer, die sich immer auf dem rechten Weg wähnten. Doch das ist jetzt vorbei: Die Autofahrer mussten sich von einem Tag auf den anderen vom Rechts- auf den Linksverkehr umstellen - weil ihr Ministerpräsident Tilaepa Sailele Malielegaoi es so wollte. Seine Begründung: Rund 170.000 Samoer arbeiten und leben in Neuseeland und Australien, wo wie in Großbritannien Linksverkehr gilt. Ihnen soll es nun ermöglicht werden, dort gekaufte Autos mit rechtem Fahrersitz auch auf Samoa einzusetzen.
Das Vorhaben stieß jedoch auf massiven Widerstand. Zwei Drittel der Bevölkerung unterzeichneten eine Petition dagegen. Besonders erboste Einwohner rissen die neuen Straßenschilder heraus und übermalten Fahrbahnmarkierungen. Mehrere Dörfer kündigten sogar geschlossen einen Boykott der Umstellung an.
[Bildunterschrift: In Samoa geht es jetzt anders herum. ]Eventuelle Bedenken wischte der Regierungschef jedoch beiseite: Er sei kürzlich in London auf der linken Seite gefahren und die Umgewöhnung habe bei ihm nur drei Minuten gedauert, sagte er dem neuseeländischen Fernsehen. Um die Umstellung trotzdem so sicher wie möglich zu machen, wurde sie mit zwei Feiertagen verbunden, womit das Verkehrsaufkommen reduziert werden sollte. Das Tempolimit wurde von 56 auf 40 Kilometer pro Stunde umgestellt. Zudem wurde der Verkauf von Alkohol für drei Tage verboten.
Doch so manchem Samoaner reichten diese Maßnahmen nicht aus: Zu Tausenden gingen sie am Sonntag in die Kirche und baten um Gottes Schutz. Selbst die Tageszeitung "Samoa Observer" rief zum Gebet auf: "All diejenigen, denen der Schutz unserer Bevölkerung - und besonders unserer Kinder - am Herzen liegt, werden sich den Gebeten anschließen und den Allmächtigen bitten, unser Temperament und unser Tempo zu zügeln", schrieb das Blatt. Und auch die Notfallexperten befürchteten für die nächsten Tage das Schlimmste: Das Rote Kreuz warb im Vorfeld der Umstellung massiv um Blutspenden.
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