Schlusslicht

Eine Nonne mit einem Handy in der Hand | Bildquelle: picture alliance / PIXSELL

Neue Vorschriften für Nonnen Du sollst nicht twittern!

Stand: 17.05.2018 13:33 Uhr

Das Internet macht vor nichts Halt - nicht einmal vor den Toren eines Nonnenklosters. Darum hat der Vatikan strengere Regeln für den Umgang mit dem Netz aufgestellt. Der Papst hingegen scheint über den virtuellen Verlockungen zu stehen.

Von Susann Burwitz, tagesschau.de

Zum Bild der Nonne passt kaum das Handy in der Hand. Vor dem Gebet noch schnell ein neues Facebook-Profilbild am Altar knipsen oder die neuesten Nachrichten aus aller Welt checken. Das will der Vatikan so nicht sehen - und schiebt dem Einzug der sozialen Netzwerke in die stillen Hallen der kontemplativen Ordensklöster einen Riegel vor.

Das Wort Gottes nicht überhören

Ganz verboten ist den Nonnen dieser Orden das Surfen in den Netzwerken zwar nicht, doch sie sollen sie mit "Ernsthaftigkeit und Diskretion" nutzen, heißt es in den neuen Richtlinien, die in dem Dokument "Cor Orans" ("Betendes Herz") zusammengefasst sind. Darin drückt die kirchliche Führung ihre Sorge aus, die Kommunikation über Internetplattformen wie Facebook oder Twitter könne die "besinnliche Ruhe" auslöschen, wenn das Kloster erfüllt sei von "Lärm, Nachrichten und Worten". Da drohten die Ordensschwestern doch glatt das Wort Gottes zu überhören.

Es gilt also Zurückhaltung für die Nonnen, keinesfalls dürften sie ihre Zeit im Netz vergeuden, sodass die Netzwerke ihrer Berufung entgegenwirken könnten. Surfen für die Bildung und Arbeit ist noch erlaubt, doch dann hat Schluss zu sein, alles weitere sei Zeitverschwendung.

Denn die Nonnen eines kontemplativen Ordens sollen besonders zurückgezogen in ihrem Kloster leben und sich vor allem dem Gebet widmen.

Papst Franziskus macht auf der wöchentlichen Generalaudienz auf dem Petersplatz Fotos mit dem Handy. | Bildquelle: dpa
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Papst Franziskus sieht das mit den sozialen Netzwerken nicht so eng - er twittert und stellt Fotos auf sein Instagram-Profil.

Millionen folgen Franziskus' Tweets

Aus Sicht der Kirche scheint die drohende virtuelle Ablenkung im Netz ein rein weibliches Problem zu sein. Die Regeln richten sich explizit an Nonnen. Der Papst hingegen darf sich im Netz austoben. Seit 2012 twittert er schon fleißig - mittlerweile folgen seinen deutschen Account rund 640.000 Menschen und die englischen Tweets empfangen stolze 17,8 Millionen Follower. Und 2016 entdeckte das Kirchenoberhaupt auch Instagram für sich: Hier bewundern inzwischen rund 5,5 Millionen Nutzer die Fotos und Videos vom und mit dem Pontifex.

Und vielleicht zählt ja doch die ein oder andere Nonne zu den Internet-Fans des Papstes - denn immerhin, dem Wort des Obersten im Vatikan auch mal online zu lauschen kann doch keine Sünde sein.

Über dieses Thema berichtete MDR Aktuell Radio am 17. Mai 2018 um 19:00 Uhr.

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