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Italien, Heimstatt kulinarischer Versuchungen, lukullischer Genüsse. Die Zahl deiner Leckereien ist Legion: Rind, Kaninchen, Wachtel, Lamm, sie alle landen auf den Speisekarten zwischen Alpen und Sizilien. Aber Katzen? Die empfahl der Gastro-Kritiker Bigazzi im italienischen Fernsehen. Nun lacht halb Italien über den Fernsehkoch.
Von Stefan Troendle, ARD-Hörfunkstudio Rom
Nein, es war keine Szene aus der amerikanischen 80-Jahre-Serie mit Alf, dem Katzenhasser, es passierte live - und zwar in einer der beliebtesten Kochsendungen Italiens. In "La prova del Cuoco" – die Kochprüfung, ausgestrahlt im italienischen Staatsfernsehen, erzählte Beppe Bigazzi, Gastronom, Journalist, Kochkritiker und Autor zahlreicher Kochbücher, wie man Katzenfleisch zubereitet: "Es gibt da ein Sprichwort, wer zu Karneval kein Fleisch hat, soll die Katze schlachten - und jetzt ist ja Februar."
[Bildunterschrift: Husch, husch, ins Töpfchen? ]
Bigazzis Co-Moderatorin Elisa entschlüpfte gerade noch ein leicht angewidertes "Scusa" - Entschuldigung, was Bigazzi aber nicht davon abhielt noch deutlicher zu werden. "' Febbraio, gattoio' - Februar, der Katzenmonat", plauderte er munter. "Eines der bekannten Gerichte aus der Gegend um Valdarno, war ja geschmorte Katze - anstelle von Kaninchen oder Tauben. Die Katze, drei Tage unter fließendes Wasser gehängt, hat dann ganz weißes Fleisch. Ich versichere Dir, das habe ich schon oft gegessen - das ist echt eine Delikatesse."
Dieses Bekenntnis hätte Bigazzi wohl besser für sich behalten. Obwohl Co-Moderatorin Elisa versuchte abzulenken und fragte, ob man jetzt vielleicht über Gemüse reden könnte, wurde das Thema zum Riesen-Aufreger. Ganz Italien erinnert sich inzwischen an einen alten Vers, in dem die Bewohner von Vincenza als Mangiagatti - Katzenfresser verspottet werden und lacht über das Video der Sendung im Internet.
Die Tierschutzvereinigung bezeichnete Bigazzi offiziell als Idioten und Gesundheitsstaatsekretärin Martini erinnerte daran, dass Tierquälerei auch mit Gefängnis bestraft werden könne. Für den Moderator mit den seltsamen Essgewohnheiten wurde seine schrägste Kochsendung auch seine letzte. Die RAI hat ihn nach zehn Jahren fristlos entlassen.
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