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Striptease

Feldforschung im Striptease-Schuppen

"Verrückte" Wissenschaft

Feldforschung im Striptease-Schuppen

Sie sind nicht dotiert, sogar die Anreise zur Preisverleihung muss man selbst bezahlen. Trotzdem gehören die Ig-Nobelpreise der Harvard-Universität zu den bekanntestesten Wissenschaftspreisen der Welt - und mittlerweile zu den beliebtesten. Dabei werden damit ausgerechnet die Forscher ausgezeichnet, die besonders unnütze oder skurrile wissenschaftliche Arbeiten abgeliefert haben.

Zu ihnen gehören auch jene Wissenschaftler der Universität von New Mexico, die einen weitere Methode gefunden haben, den Zyklus einer Frau zu bestimmen. Funktionieren tut sie jedoch nur bei Striptease-Tänzerinnen: Der Zeitpunkt ihres Eisprungs lasse sich aus der Menge des ihnen zugesteckten Geldes herleiten, so die Erkenntnis. Für diese - sicherlich nach aufwändiger Feldforschung gemachte - Entdeckung wurden die durchgehend männliche Forscher in der Kategorie Wirtschaftswissenschaften ausgezeichnet.

Veterinäre sehen Flöhe hüpfen ...

Dieses Ergebnis hätte durchaus auch im Bereich Biologie einen Preis bekommen können. Dort wurden jedoch bereits die Tiermediziner Marie-Christine Cadiergues, Christel Joubert und Michel Franc für ihr Erkenntnisse geehrt, dass Hundeflöhe durchschnittlich 20 Zentimeter weiter springen als Katzenflöhe. Die Preisträger in der Physik wurden mit ihrer verworrenen Knotentheorie bereits ausführlich von tagesschau.de gewürdigt.

... und Chemiker trinken Coca-Cola

Dass auch in den Naturwissenschaften Platz für Dialektik ist, beweisen die Ig-Nobel-Preise für Chemie: Sie gingen an zwei rivalisierende Teams aus den USA und Taiwan. Das eine wies nach, dass sich Coca Cola als Spermizid eignet, das andere das Gegenteil. In der Medizin verglich Dan Ariely von der amerikanischen Duke-Universität die Effekte verschiedener Placebo-Medikamente - und fand heraus, dass teure Scheinmedizin eindeutig besser wirkt als billige.

Die Preise wurden dieses Jahr von einem echten Nobelpreisträger für Chemie, dem 89-jährigen William Lipscomb, überreicht. Die Preisträger kommen inzwischen gern. Für ihre Danksagung hatten sie genau 60 Sekunden Zeit, danach werden sie unbarmherzig von einem achtjährigen Mädchen unterbrochen.   

Stand: 03.10.2008 22:01 Uhr

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