Schlusslicht

Tom Hanks | Bildquelle: REUTERS

Hanks Kaffeemaschine Ein Wachmacher fürs Weiße Haus

Stand: 03.03.2017 09:50 Uhr

Die Journalisten im Weißen Haus haben ein Geschenk erhalten - quasi direkt aus Hollywood. Schauspieler Tom Hanks spendierte eine Kaffeemaschine. Um den "Kampf für die Wahrheit" nicht einschlafen zu lassen. Was wohl Präsident Trump über die spendable Geste denkt?

Von Susann Burwitz, tagesschau.de

Ein "waches Auge" auf die Geschehnisse in dieser Welt haben - so lässt sich die Hauptaufgabe eines Journalisten einmal etwas salopp zusammenfassen. Vor allem die Großen und Mächtigen, die die politischen Zügel in den Händen halten, sollen stets merken, dass ihr Schalten und Walten nie unbeobachtet bleibt.

Einer, der sich der wachsamen Blicke sehr wohl bewusst ist, steht seit etwas mehr als vier Wochen an der Spitze der USA. Jeder Schritt von US-Präsident Donald Trump wird analysiert, ausgewertet, bewertet und - oft genug - mit spitzer Feder auch kritisiert. Was dem neuen "mächtigsten Mann der Welt" so gar nicht gefällt: Ja, er wollte nach ganz oben, ins Weiße Haus und in die Fußstapfen der zahlreichen Präsidenten treten, die sich schon vor ihm im Oval Office die Köpfe zerbrochen haben, was auf politischem Parkett zu tun und zu lassen ist.

Missverstandener Präsident, übermüdete Presse

Aber die unliebsamen Mitbewohner im Weißen Haus, die will Trump nicht - diese Journalisten, die doch nur darauf warten, seine großartigen Pläne und die bereits erbrachten Leistungen - so schnell wie von keinem Präsidenten zuvor, so selbstbewusst und konsequent wie von keinem Präsidenten zuvor - zu zerpflücken und falsch darzustellen. Diese Medien, ein lästiges Übel, das aber der allgemeinen Meinung nach leider zur Demokratie dazugehört - da kann auch ein Präsident so viel gegen sie wettern wie er will.

Doch auch für die Journalisten ist es nicht leicht mit dem schimpfenden Nachbarn. Nicht nur seine dezente Antipathie macht das Arbeitsleben nicht leichter. Trumps Hang zu leidenschaftlichen Twitter-Nachrichten und unvorhergesehenen Ausbrüchen sorgt dafür, dass das wache Journalistenauge nur schwer Feierabend machen kann. Man weiß ja nie, wann da was Neues aus dem Oval Office rübertönt.

Dritte Kaffeemaschine für Journalistencrew

Doch nun kommt ein strahlender Retter für die übermüdeten Medienmenschen daher - ein sanfter Hauch von Mitgefühl, umrankt von dem sanften Duft des Lebenselixiers eines wahren Journalisten: Koffein. Schauspieler Tom Hanks zeigt ein Herz für die Presse und schickte eine nagelneue Kaffeemaschine für die Pressevertreter im Weißen Haus. Und es ist nicht das erste Mal, dass der Leinwand-Star sich so spendabel zeigt: Schon unter George W. Bush und Barack Obama bekamen die Journalisten einen solchen Wachmacher von Hanks zugeschickt.

Kaffeemaschine und Brief von Tom Hanks an das Pressecorps des Weißen Hauses | Bildquelle: REUTERS
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Kaffeemaschine und Brief von Tom Hanks an das Pressecorps des Weißen Hauses

Doch diesmal gab es ein kleines Extra zur Maschine dazu: Eine Botschaft des Schauspielers an die Medien - kurz, aber mit einer umso dringlicheren Bitte: "An die Journalisten des Weißen Hauses. Macht weiter mit dem guten Kampf für die Wahrheit, die Gerechtigkeit und den amerikanischen Weg. Besonders für die Wahrheit." Man möchte dem Oscarpreisträger nun natürlich nichts unterstellen - eine Anspielung etwa auf einen leichten Unwillen bezüglich der Politik des neuen US-Präsidenten. Eine dezente Unzufriedenheit mit dem harten Kurs gegen Einwanderer etwa? Oder ein minimales Stirnrunzeln über Trumps Klimapolitik - wer hat denn auch bitte diesen Klimawandel erfunden? Die Presse, ganz bestimmt.

Nein, Tom Hanks leitet sicher nur der reine gute Wille. Und vielleicht die Hoffnung, dass der Duft von frisch aufgebrühtem Kaffee den Präsidenten mal auf ein Tässchen ins Journalistenbüro lockt. Irgendwie muss man das zerrüttete Verhältnis doch kitten können - sind doch schließlich Nachbarn.

Über dieses Thema berichtete WDR 4 am 03. März 2017 gegen 13:40 Uhr.

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