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Die gefährliche Macht der Heimgeräte
Schlusslicht

Die gefährliche Macht der Heimgeräte

Angefangen hatte es mit Webseiten - und wir freuten uns: Endlich brachte jemand ein wenig Ordnung in den Wust des WWW. Dann schauten sie auch unsere Bilder und Videos an und fuhren mit Kameras durch unsere Straßen. Da wurde es schon einigen mulmig. Jetzt will Google sogar unsere Waschmaschinen und Kühlschränke infiltrieren.

Von Wulf Rohwedder, tagesschau.de

Es ist schon nervig: Ob Handy, Kühlschrank oder MP3-Player - alles, was man neu kauft, muss beim Hersteller registriert werden, damit man in den Genuss von Garantieleistungen, Updates und ebenso "exklusiven wie lukrativen Angeboten" kommt. Da heißt es Seriennummern an den unmöglichsten Stellen zu entziffern, kryptische Formulare auszufüllen und seitenlang Fragen über persönliche Daten zu beantworten.

Wäre es da nicht viel schöner, wenn die Geräte das selber machen? Das haben sich auch die Datenexperten bei Google gefragt und ein Patent für eine Methode angemeldet, mit der genau das passiert. Dafür muss jedes Gerät lediglich mit einem Kommunikationsmodul versehen werden, das die Daten seines jeweiligen Besitzers nach Hause funkt. Und wenn es schon einmal meldet, dass es gut angekommen ist, dann könnte es doch gleich auch mal erzählen, was sein neues Herrchen oder Frauchen alles so mit ihm anstellt.

Und was ist mit dem Wasserkocher?

Damit auch nichts versehentlich vergessen wird, hat Google in seiner Patentschrift auch gleich aufgelistet, welche Geräte denn dafür so in Frage kämen. Neben Heimelektronik, Kameras, Autos, Computern, Druckern und Kameras hat man dabei auch an Kühlschränke, Wasserkocher, Trockner, Klimaanlagen und Fitnessgeräte gedacht. Sogar historische Ausrüstungsgegenstände wie Faxgeräte und Persönliche Digitale Assistenten sind mit aufgeführt.

Wer kennt dich schon besser als deine Geräte?

Sollte sich das System durchsetzen, könnte Google uns vielleicht bald weit über Wegbeschreibungen und Fahrpläne hinaus helfen, denn im Vernetzen von Daten sind die guten Menschen in Mountain View - inoffizielles Motto: Don’t be evil, sei nicht böse oder gemein - bekanntlich Spitze: Melden Kühlschrank und Mikrowelle eine deutlich höhere Nutzung als das Laufband, könnte ja der eine oder andere diskret eingestreute Diäthinweis in den nächsten Suchergebnissen auf dem Computer sinnvoll sein.

Der Drucker weiß es ohnehin am besten, wenn er wieder die gute Originaltinte braucht - nicht, dass da jemand irgendwelche obskuren Fremdprodukte einfüllt. Schlimmstenfalls könnte er ja immer noch petzen - die Daten hat er ja. Jedenfalls sollte man künftig vielleicht ein wenig vorsichtiger sein, wenn man in Gegenwart der Spülmaschine über den Trockner der gleichen Marke herzieht.

Stand: 26.01.2012 16:13 Uhr

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