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Er ist beliebt. Er ist telegen. Und er zeigt sich gerne in der Öffentlichkeit. Der taiwanesische Abgeordnete Chiu Yi hat sicherlich allen Grund, auf sein Äußeres zu achten - und genau das tut er auch.
Umso schlimmer traf es ihn, als in der Öffentlichkeit sein wohl größtes Geheimnis verraten wurde: Huang Chin-ming, Mitglied einer Oppositionsgruppe, riss ihm im Dezember 2008 bei einem Gerichtstermin sein Toupet vom Kopf - und enthüllte damit die Tatsache, dass der Politiker Chiu statt eines vollen schwarzen Haarschopfes eine veritable Fleischmütze besitzt.
Doch wahrheitsliebende Menschen müssen mit den Konsequenzen ihrer Taten leben, auch und gerade in Taiwan. Ein Bezirksgericht verurteilte den Täter Huang nun für den Toupetlupfer zu fünf Monaten Gefängnis.
Die interessante Begründung: Durch seine Tat hätte er das Grundrecht des Politikers verletzt, zu tragen was er will. Wenn Chiu sich mit der Perücke schöner fühle, so sei dies sein gutes Recht, das durch den Akt des Toupetlüftens empfindlich gestört wurde, begründete der Richter sein Urteil.
Huang sieht sich durch das Gericht ungerecht behandelt. Die Enthüllung des Politikers sei nicht absichtlich erfolgt, sondern die Folge einer Schusseligkeit. "Kann man Unachtsamkeit so schwer bestrafen?", fragte er nach dem Urteil.
Chiu dürfte mit dem Urteil jedenfalls mehr als zufrieden sein. Vielleicht kann er ja seine Position als Abgeordneter nutzen, um das Grundrecht auf gutes Aussehen nun auch in der Verfassung Taiwans zu verankern.
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