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Eigentlich war es ein Routinetermin: Das "Familienfoto" der Teilnehmer des G20-Gipfels - 19 Regierungschefs, ein EU-Kommissionspräsident und einige weitere Mächtige. Noch mal abtupfen lassen, in drei Reihen aufstellen, durchatmen und - lächeln. Kennen sie alle, können sie alle: unsere Kanzlerin im kleinen Roten, Frau Kirchner aus Argentinien ganz in Silber, der Rest - die Herrenriege - natürlich in gedeckten Farben.
Deswegen war das Foto vor den Beratungen auch schnell im Kasten. Zu schnell. Einer hatte es nämlich offenbar nicht rechtzeitig aus dem Bad zurück geschafft: Kanadas Ministerpräsident Stephen Harper - er fehlte auf dem Bild.
Kein Problem, wir sprechen hier von den wichtigsten Regierungschefs der Welt. Das sind Profis. Die kommen rasch noch mal rein, warten kurz, bis der Mann aus Kanada auch kommt, stellen sich einfach noch mal auf, lächeln - schon ist der Job erledigt und es kann direkt losgehen mit dem Kampf gegen die Wirtschaftskrise.
[Bildunterschrift: Schnappschuss 1: "Familienfoto" mit Berlusconi und ohne Harper ]Aber weil der Fotograf kein Anfänger ist - vielleicht hatte er auch mal als Kindergartenkinderknipser angefangen - dachte er sich wohl: Lieber noch mal nachzählen. Und tatsächlich: Schon wieder einer zu wenig. Diesmal war es Italiens Ministerpräsident Silvio Berlusconi. Wo der sich rumtrieb? Dazu gab's nur ein Lächeln.
Nun hätte man einfach diese alten Erzieher-Tricks anwenden können: Jeder guckt, ob seine Nachbarn rechts und links auch da sind. Oder: Alle fassen sich an den Händen, dann kann keiner verloren gehen. Doch dazu kam es nicht, ein dritter Fototermin wurde nicht anberaumt. Der Fotograf hatte bestimmt keine Lust mehr - oder er hatte noch einen anderen lukrativen Termin. Den gilt es in diesen Zeiten natürlich wahrzunehmen. Es ist schließlich Wirtschaftskrise.
[Bildunterschrift: Schnappschuss 2: "Familienfoto" mit Harper und ohne Berlusconi ]
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