Schlusslicht

Die Doppelgänger von Kim und Trump küssen sich in Hanoi | Bildquelle: LUONG THAI LINH/EPA-EFE/REX

Treffen zwischen Kim und Trump Doppelgänger unerwünscht

Stand: 25.02.2019 11:56 Uhr

Sie wollen doch nur posieren - sind aber unerwünscht. Vor dem Gipfeltreffen zwischen Nordkoreas Machthaber Kim und US-Präsident Trump in Vietnam musste einer ihrer Doppelgänger das Land verlassen.

Howard X hat ganz eigene Probleme: "Herr Kim, bitte lassen Sie sich eine anständige Frisur machen, es nervt", flehte der laut Eigenangaben weltweit erste professionelle Kim Jong Un-Darsteller jüngst in einem Interview. Nun macht ihm allerdings nicht nur seine Frisur Schwierigkeiten. Zwei Tage vor dem Gipfeltreffen mit US-Präsident Donald Trump in Vietnam musste der Doppelgänger von Nordkoreas Machthaber Vietnam verlassen.

Die doppelten Staatschefs

Der in Hongkong lebende Kim-Darsteller war bereits vergangene Woche nach Hanoi gereist und dort mit dem Donald Trump-Doppelgänger Russell White zusammengetroffen. X und White ließen sich am Freitag auf den Stufen des Opernhauses von Hanoi fotografieren.

Nach ihrem Auftritt wurden die beiden Doppelgänger von vietnamesischen Polizisten vernommen. Etwa zehn Polizisten tauchten in der Redaktion eines örtlichen Fernsehsenders auf, dem White und X ein Interview gaben. "Sie haben im Wesentlichen gesagt, wir sollen mit dem Doppelgängerspiel aufhören, sonst würden wir aus dem Land geworfen", sagte Howard X nach dem Ende der Befragung.

doppelgänger von Kim Jong Un und Donald Trump in Hanoi | Bildquelle: REUTERS
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Die Doppelgänger sind schon da. US-Präsident Trump und der nordkoreanische Machthaber Kim Jong Un werden sich erst am 27. und 28. Februar in der vietnamesischen Hauptstadt Hanoi treffen.

Vietnam ist zu klein für zwei Kims

Nun wurde er von drei Männern in seinem Hotel in Hanoi abgeholt und in ein Auto zum Flughafen gesetzt. Ihm sei mitgeteilt worden, dass sein Visum "ungültig" sei, sagte er vor seiner Abschiebung. Der "wahre Grund" sei aber, "dass ich mit einem Gesicht geboren wurde, das mich wie Kim Jong Un aussehen lässt", vermutet der Kim-Darsteller. "Das ist das wahre Verbrechen." Der echte Kim habe "keinen Humor".

Vielleicht goutiert Kim auch nicht die Details, die sein Doppelgänger über seine Toilette verbreitet: Die Verwandlung koste viel Zeit und Mühen, so X. Drei Stunden arbeite er jedesmal an dem Kim-Look mit sorgfältig manikürten Fingernägeln, einer dicken schwarzen Hornbrille und einem Maßanzug eines Schneiders in Hongkong.

3000 Euro pro Auftritt

Der Aufwand scheint sich allerdings zu lohnen: Im Durchschnitt verdient Howard X mit jedem Auftritt als Kim Jong Un 3500 Dollar (rund 3000 Euro). Satire ist also nicht nur "eine mächtige Waffe gegen jede Diktatur", wie der Kim-Doppelgänger verlauten ließ, sondern auch ein recht einträgliches Geschäft.

Dem darf der Trump-Darsteller White nun alleine nachgehen. Er kann vorerst in Hanoi bleiben, wurde aber aufgefordert, nicht mehr kostümiert in der Öffentlichkeit aufzutreten. Bei seinen Spaziergängen durch die vietnamesische Hauptstadt hatten sich immer wieder Passanten und Touristen mit dem stark mit Bräunungscreme geschminkten Präsdienten-Double fotografiert.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk Nova am 25. Februar 2019 um 11:05 Uhr in den Nachrichten.

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