Schlusslicht

Schleichenlurch | Bildquelle: dpa

Präsidiale Lurchart benannt Dermophis donaldtrumpi

Stand: 19.12.2018 19:20 Uhr

Eigentlich ist es eine Ehre, wenn eine Tierart den gleichen Namen trägt wie man selbst. Weniger schön ist es, wenn man auf diese Weise als Missgeschick der Evolution in die Geschichte eingeht - so wie der aktuelle US-Präsident.

Von Wulf Rohwedder, tagesschau.de

Es ist inzwischen Tradition, dass Tierarten nicht notwendigerweise nach ihren Entdeckern, sondern nach deren Idolen benannt werden. Künstlern, Musikern und natürlich auch Politikern wird diese Ehre immer wieder zuteil. Allein der vormalige US-Präsident Barack Obama hat neun Spezies seinen Namen gegeben.

Ein Lurch, der deinen Namen trägt

Aber was macht man mit einem wurmartigen Lebewesen mit stark reduziertem Schwanz, bei dem sich Mund- und Kloakenbereich auffällig ähneln und das manchmal auffällige Farbflächen oder Streifen aufweist? Der britischen Artenschutzstiftung Rainforest UK kam die Aufgabe zu, eine Art der Schleichenlurche mit eben diesen Eigenschaften zu benennen - und beschloss, diese zweifelhafte Ehre zu versteigern.

Den Zuschlag erhielt für 25.000 Dollar (21.900 Euro) ein britisches Unternehmen, das die halbblinde Amphibie aus Panama nach dem amtierenden 45. Präsidenten der USA benannte. Künftig soll die Art, deren Klasse unter anderem in dem Buch "Missgeschicke der Evolution" verewigt wurde, die offizielle Bezeichnung "Dermophis donaldtrumpi" erhalten, sofern eine Expertenkommission diesem zustimmt.

Trump | Bildquelle: AP
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Ähnlichkeiten selbstverständlich rein zufällig: Lurch-Namenspate Trump.

Die eine oder andere Übereinstimmung gibt es schon

"Seinen Kopf in den Sand zu stecken, hilft Donald Trump, wenn er den wissenschaftlichen Konsens über den menschengemachten Klimawandel ignoriert", begründete der Firmengründer Aidan Bell die Namenswahl.

Zudem würden "Dermophis donaldtrumpi" den Nachwuchs mit eigenen Körperteilen füttern, was man mit ein wenig Phantasie als eine biologische Interpretation für Nepotismus deuten könne. Welche anderen Eigenschaften der auch Blindwühlen genannten Tiere ihn zur Wahl des Namenspatens inspiriert haben mögen, ließ Bell offen.

Was allerdings nicht passt: Der Lurch ist in Asien, Afrika, sowie Mittel- und Süd- aber nicht in Nordamerika heimisch. Bis Panama haben sie es immerhin geschafft - mit einer Mauer könnte man "Dermophis donaldtrumpi" wohl von den USA fernhalten.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk Nova am 20. Dezember 2018 um 05:00 Uhr in den Nachrichten.

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