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29.05.2012

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Schlusslicht Crystal Meth
Schlusslicht: Kein Risiko, nur Nebenwirkungen
Keine Macht den Nasen

Kein Risiko, nur Nebenwirkungen

Es ist billig, leicht herzustellen und macht extrem süchtig: Crystal Meth gehört zu den gefährlichsten Rauschmitteln. Der Kampf gegen die Droge zeigt in den USA nur wenig Erfolg - hat aber empfindliche Nebenwirkungen für Menschen, die gar nichts mit Meth am Hut haben. Aber für die haben findige Wissenschaftler ein Rezept gefunden.

Von Wulf Rohwedder, tagesschau.de

Es ist der Albtraum jedes US-Drogenfahnders: Ein paar alte Laborgeräte, Lithium-Batterien, diverse Haushaltschemikalien und ein nicht verschreibungspflichtiges Erkältungsmittel, dazu eine Anleitung aus dem Internet - mehr braucht man nicht, um die gefährliche Droge Crystal Meth herzustellen. Kaum ist eine Methküche ausgehoben oder aufgrund mangelnder Sorgfalt bei der Mischung explodiert, macht eine neue auf - in Abbruchhäusern, Wohnmobilen oder sogar im Kofferraum von normalen Autos.

Und die Nasen leiden am meisten

Wenn man den Herstellern schon nicht beikommt, so versucht man wenigstens, ihnen die Rohstoffe zu entziehen: So sind in einigen Regionen der USA die Mengen von Lithiumbatterien, die man legal erwerben darf, stark begrenzt – sehr zum Unwillen von Hobby- wie Profifotografen, die nun ihre Blitzkapazitäten rationieren müssen. Und seit 2005 muss jeder, der zu bestimmten rezeptfreien Medikamenten gegen Nebenhöhlenentzündung greift, sich ausweisen und in eine Art landesweite Schnupfen-Datenbank eintragen lassen.

Genützt hat das alles: nichts. Während Drogendealer einfach ein paar Leute bezahlen, um die gewünschten Zutaten zu besorgen, müssen sich die armen Menschen mit chronisch verstopfter Nase in der Apotheke wie potenzielle Verbrecher behandeln lassen. So ist Crystal Meth inzwischen vielerorts leichter zu kaufen als die erwünschte Atemhilfe.

Endlich mal wieder durchatmen

Zwei - lieber anonym bleibende - Chemiker haben sich nun der armen Tropfnasen angenommen: Sie veröffentlichten im Internet eine Anleitung, wie man aus Crystal Meth wieder das Schnupfenmittel synthetisieren kann. Das ist zwar etwas schwieriger als der umgekehrte Weg, aber immer noch weniger peinlich als die entwürdigende Kontrolle in der Apotheke, argumentieren sie. Und wenn man bei Erkältung schon mal den Meth-Dealer seines Vertrauens konsultiert, kann man vielleicht auch gleich mal fragen, ob er ein paar Batterien für die Digitalkamera übrig hat.

Stand: 28.02.2012 15:54 Uhr

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