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Schlusslicht
Ein wahrhaft geordneter Spielbetrieb
Mischen impossible?
Wer der Werbung blind vertraut, der kann böse Überraschungen erleben. Wenn das weißeste Weiß nicht so weiß wie versprochen ist oder das Deo keine kollektiven Ohnmachtsanfälle beim anderen Geschlecht auslöst, dann kann man zur Not noch darüber hinwegkommen. Schlimmer ist es, wenn man wegen falscher Versprechen gleich Millionenbeträge verliert.
Von Wulf Rohwedder, tagesschau.de
Nicht nur vom Komiker Otto Waalkes wissen wir: Das wichtigste am Kartenspiel ist das Mischen. Und Mischen. Und Mischen und Mischen. Da sollte man denken, dass sich das auch Profis zu Herzen nehmen würden. Die Verantwortlichen des "Golden Nugget Hotel and Casinos" in Atlantic City sind - oder waren zumindest - da anderer Meinung: Um sich das ewige Herumprökeln mit den Karten zu ersparten, erwarben sie spezielle Kartenspiele der Firma Gemaco - laut Aufdruck "garantiert vorgemischt".
Kontrolle ist eben doch besser
Nur: Genau das waren die Spielkarten eben nicht. Und die Spieler an den Baccarat-Tischen brauchten keine "Rainman"-Talente, um festzustellen, dass da immer irgendwie die gleichen Karten auftauchten. Und so hieß es schnell: Die Bank verliert immer. Bis die Ursache für die eigenartige Häufung von Glücksträhnen ermittelt wurde, war das Casino bereits 1,5 Millionen Dollar (1,22 Millionen Euro) los - und erwies sich als schlechter Verlierer, berichtet der Sender CBS.
Immerhin keine Kniescheiben gebrochen
Was dann passierte, kennt man aus einschlägigen Gangsterfilmen: Die eben noch so glücklichen Gewinner wurden vom Sicherheitspersonal des Casinos abgeführt und nach eigenen Aussagen wenig galant von einigen robusten Herren in einem Hinterzimmer eingesperrt. Dann wurde ihm erklärt, dass sie ihre Chips nicht einlösen dürften.
Allen Grund zum Klagen
Jetzt geht alles seinen natürlichen amerikanischen Gang: Die Gewinner verklagen das Kasino, das Kasino die Gewinner und natürlich auch den Spielkartenhersteller. Unter anderem geht es geht um Betrug, Verletzung von Verbraucherrechten und Diskriminierung. Und so schließt sich der Kreis: Denn vor den US-Gerichten wird die ganze Affäre wieder zum - Glücksspiel.
Stand: 03.08.2012 18:12 Uhr
