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Die Situation kennt wohl jeder Nutzer des öffentlichen Personennahverkehrs: Von dem Bus, in den man einsteigen wollte, sind nicht mal mehr die Rücklichter zu sehen, der nächste kommt erst in geraumer Zeit. Zu Lesen hat man auch nichts dabei. Also was tun? Langweilt man sich die nächsten zwanzig Minuten an Ort und Stelle? Oder geht man schon bis zum nächsten Haltepunkt vor, damit die Zeit schneller vergeht - auf die Gefahr hin, erneut den Bus zu verpassen, weil man nicht schnell genug ist?
Zum Glück standen einige Mathematiker der US-Eliteuniversität Harvard und dem California Institute of Technology vor dem gleichen Problem und lösten es gleich für den Rest der Menschheit mit. Justin Chen, Scott Kominers und Robert Sinnott gelang es, mittels fortgeschrittener Wahrscheinlichkeits- und Integralrechnung zu beweisen, was viele wohl geahnt und gehofft haben: In den meisten Fällen lohnt es sich eher, einfach sitzen zu bleiben.
Wer selbst seine besten Chancen ausrechnen möchte, der kann nun die Formel von Chen, Kominers und Sinnott anwenden. Damit hat man auch gleich etwas zu tun, bis der nächste Bus kommt. Und im Zweifelsfall - oder bei mangelndem mathematischen Talent - reicht vielleicht auch einfach ein Blick auf den Fahrplan aus. Das fand übrigens auch Justin Chen heraus: Der Tag, an dem das Problem für ihn akut wurde, war ein Feiertag - auf der von ihm gewählten Linie fuhren gar keine Busse.
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