Schlusslicht

Smartphonenutzer am Bahnhof | Bildquelle: picture alliance / blickwinkel/W

App für kostenlose Tickets Werbung bis zum Bahnfahren

Stand: 18.11.2016 15:33 Uhr

Ob in Bus, Bahn oder Regionalzug - kaum ein Fahrgast kommt ohne Smartphone aus. In Düsseldorf kann man damit bares Geld sparen. Statt ein Ticket kaufen zu müssen, können dort Videos geschaut werden. Doch die Sache hat einen Haken.

Von Cornelia Gerhard, WDR

Bahn und Bus fahren ohne zu bezahlen? In Düsseldorf geht das neuerdings. Kein Haken? Doch! Es kostet nämlich schon etwas, allerdings kein Geld. Sondern: Zeit, Daten und auch Datenvolumen, so um die 20 Megabyte. Wer also die nötigen Münzen gerade nicht parat hat, aber trotzdem nicht schwarzfahren will und zufällig sein Smartphone oder Tablet dabei hat, kann sich auch einfach ein paar Videos ansehen.

Werbung bis zum Ende gucken

Jedoch, und das ist der zweite Haken, nicht irgendwelche Videos - Werbevideos sind die Währung für den Freifahrtschein. Das heißt: Anmelden bei der Spezial-App, drei Werbevideos aussuchen, herunterladen und gucken - und zwar bis zum Ende, denn wegklicken lässt sich die Werbung nicht mehr. Erst dann kann man sich durch die Gegend fahren lassen. Das gilt aber nur für die Kurzstrecke und eine Preisstufe darüber. Bis Köln kommen die Düsseldorfer damit nicht.

Screenshots: Rheinbahn-App | Bildquelle: Screenshots: Rheinbahn-App
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Der Nutzer darf sein "Strafvideo" selbst aussuchen.

Strafe oder Belohnung?

Und das steckt dahinter: Bei einem Start-Up-Unternehmen gab es die Idee, dass Werbung besser funktionieren könnte, wenn sich der zu Bewerbende die für ihn passenden Spots selber aussuchen darf. Zur Belohnung gibt es dann das besagte Freiticket. Wobei die Standpunkte da unterschiedlich sein mögen, ob das Ticket eine Belohnung für das Werbunggucken ist oder Werbunggucken eine Strafe dafür, dass man nicht zahlen will, aber lassen wir das.

Alle Tickets weggeguckt

Eins steht fest: Die Idee funktioniert bislang super, die Düsseldorfer haben für fast 30.000 Tickets Werbespots geguckt.

Die Geldsparidee funktioniert allerdings nicht immer: Denn selbstverständlich will die Rheinbahn Bares für ihren Transport sehen. Und das kommt von den Unternehmen, die die Werbung anbieten. Die zahlen in einen Topf ein und bieten ihre Videos an. In den vergangenen Tagen war dieser Topf schon manchmal leer - das heißt für die App-Nutzer: warten, bis wieder neu eingezahlt worden ist. Oder die Düsseldorfer müssen eben doch wieder, wie bisher, die guten alten Fahrkartenautomaten bemühen.

Über dieses Thema berichtete die Lokalzeit aus Düsseldorf im WDR Fernsehen am 07. November 2016 um 19:30 Uhr.

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