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Schlusslicht
Schlusslicht: Ouu-aaàh (deutsch: Uuuääääh)
Schlusslicht

Ouu-aaàh (deutsch: Uuuääääh)

Wenn der kleine Lukas weint, die kleine Camille kräht und der noch kleinere Harry brüllt, dann klingt das für Unbeteiligte in etwa wie "Uuaaah!" - und somit einfach nach Babygeschrei. Eine Würzburger Wissenschaftlerin und ihr Team dagegen hören etwas völlig anderes. Ihre Studie ergab: Die drei Unglücklichen weinen, krähen und brüllen mitnichten einfach so drauflos - Lukas tut das auf Deutsch ("Uuuäääh!"), Camille auf Französisch ("Ouu-aaàh!") und Harry demnach mit großer Wahrscheinlichkeit auf Englisch ("Uuwhaaay!").

Muttersprache prägt Schreimelodie

Die Forscher fanden heraus: Die Neugeborenen haben bereits im Mutterleib die Sprache ihrer Eltern verinnerlicht - und damit auch deren Betonung und Rhythmus. Hörbar wird das in der Schreimelodie (ein zugegeben äußerst verharmlosender Ausdruck). So beginnt die "Melodie" von Lukas aus Leipzig und Mia aus Mannheim häufiger mit einem anfänglichen Maximum - zum Ende hin fällt die Kurve dann ab. Camille aus Cannes und Antoine aus Avignon schreien dagegen öfter in ansteigenden Melodien und betonen damit das Ende stärker. Jeder ganz so wie die Eltern es beim Sprechen eben auch tun.

Schreiende Babys (Foto: dpa) [Bildunterschrift: Alle Babys schreien gleich? Von wegen: Chloé, Ruby und Leon brüllen auf Französisch, Englisch und Deutsch. ]

Wer soll das alles aushalten?

Neugierig geworden, würde man nun natürlich gerne wissen, wo genau wohl der Unterschied zwischen einem chinesischen und einem finnischen Babyweinen liegt: leicht singende, schlingernde Melodie beim ersten, holzhackermäßiges Stakkatogebrüll beim zweiten? Doch zu asiatischen und skandinavischen Säuglingen gibt es leider keine nähere Untersuchung, ebenso wenig zu senegalesischen und oberbayerischen Neugeborenen. Auch plattdeutsch heulende Kinder wurden bislang vernachlässigt. Aber man kann es den Forschern nicht verdenken. Wer soll das ganze Gebrüll denn aushalten? In mehr als 6000 Sprachen?

Und mal ganz ehrlich: Für uns Erwachsene gibt es in Sachen Babyweinen doch ohnehin weltweit keinerlei Sprachbarriere: Ist uns doch egal, ob es sich bei den Lauten am Nachbartisch um ein britisches Brüllbaby oder einen schwedischen Schreihals handelt - der Tröstreflex setzt schließlich immer und sofort ein. Oder der Fluchtreflex, je nachdem.

Stand: 05.11.2009 18:07 Uhr

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