Zur Haupt-Navigation der ARD.
Zum Inhalt.
Dezentral, innovativ, mit viel Eigeninitiative - so können die Energieprobleme des 21. Jahrhunderts gelöst werden. Das dachte sich auch ein findiger Schwede. Doch bevor sein Versuch die Auslegeware und das nachbarschaftliche Verhältnis beschädigen konnte, schritten kleingeistige Behörden ein.
Von Wulf Rohwedder, tagesschau.de
Fukushima hin, Tschernobyl her - die Kernkraft hat immer noch viele Befürworter. Zu ihnen gehört auch ein naturwissenschaftlich begabter (oder zumindest interessierter) Schwede aus dem Städtchen Ängelholm. Er startete deshalb seine persönliche Energiewende und begann mit dem Bau seines eigenen Atomkraftwerks aus, sagen wir mal, Recyclingmaterial.
Eigentlich hatte der 31-Jährige sogar alles richtig gemacht: Er zeigte sein Projekt bei der schwedischen Strahlenschutzbehörde an und bat um eine Genehmigung für sein Heim-AKW. Diese schickte jedoch statt der notwendigen Formulare ein bewaffnetes Einsatzteam, das den Hobby-Atomphysiker vorläufig festnahm und sein mühsam aus Murmeln, Rauchmeldern, Glühstrümpfen und alten Uhren zusammengeklaubtes radioaktives Material konfiszierte.
Dabei war bisher doch alles gut gegangen, wie der Mann in seinem Blog berichtete: Lediglich beim Versuch, Americium, Beryllium und Radium mittels hochkonzentrierter Schwefelsäure auf dem heimischen Herd anzureichern, habe es eine kleinere Explosion gegeben, der unter anderem eine Flasche mit - nicht projektrelevantem - Saftkonzentrat zum Opfer fiel. Ob in der Nähe Häuschen oder Kühe umfielen, wurde nicht berichtet.
Dem "Helsingborgs Dagblad" erzählte der Küchenphysiker, dass er bis dahin bereits einige tausend Euro in sein Projekt investiert hatte - unter anderem für Geigerzähler und radioaktiven Schrott. Nun droht ihm eine Strafe wegen des Verstoßes gegen das Strahlenschutzgesetz. Gegenüber der Zeitung "Expressen" erklärte er deshalb, dass er sich "künftig auf die theoretische Forschung beschränken" will.
Wer trotzdem dem Schweden nacheifern möchte: Uranerz in haushaltsüblichen Mengen gibt es in einschlägigen Internet-Auktionshäusern Ihres Vertrauens oder bei dem Versender mit den Grinsepaketen. Für die notwendige Anreicherungs-Infrastruktur sowie weiteres Zubehör wenden Sie sich bitte an die einschlägigen Schwarzhändler oder finanziell klamme Fachkräfte aus Osteuropa.
Wichtig: Bitte beachten Sie die aktuellen Fristen für den Atomausstieg! Weitere Auskünfte erteilen das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit oder Ihre örtliche Atombehörde.
Die Landesrundfunkanstalten der ARD: BR, HR, MDR, NDR, Radio Bremen, RBB, SR, SWR, WDR,
Weitere Einrichtungen und Kooperationen: ARD Digital, ARTE, PHOENIX, 3sat, KI.KA, DLF/ DKultur, DW