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[Bildunterschrift: Ein haartechnischer Irrtum der Evolution? Simon Le Bon, Sänger der Gruppe "Duran Duran". ]
Schulterpolster, Legwarmer, Moonboots, neonfarbene oder getigerte Leggins, Karottenhosen, Netzhemden - so mancher, der sich heute, womöglich noch eigene, Bilder aus den achtziger Jahren ansieht, möchte vor Scham in den Boden versinken. Doch die Modesünden verblassen meist gegen das, was in dieser Zeit mit den Haaren geschah: Größer, höher, weiter und vor allem schräg lautete die Devise.
Ob die damals beobachtete Vergrößerung des Ozonlochs maßgeblich durch Haarspray ausgelöst wurde, lässt sich heute nicht mehr eindeutig nachvollziehen. Die asymmetrischen Frisursünden, die durch die chemischen Keulen ermöglicht wurden, haben jedoch fast dazu geführt, das Ende der Menschheit einzuläuten - das verkündete zumindest Marcus du Sautoy, Mathematiker von der britischen Universität Oxford, auf dem Cheltenham Science Festival.
Bilder:
Seiner Meinung nach stellen die schrägen Haarkreationen ein Vergehen gegen grundlegende Naturgesetze dar: "Symmetrie ist schön", meint du Sautoy, symmetrischer Körperbau sei ein Zeichen für gute Gene. Die Konsequenz: Wer sich asymmetrisch stylt, reduziere die Chance, einen Partner zu finden und sich fortzupflanzen. Betrachtet man die Geburtenstatistiken, so scheinen sie ihm zumindest teilweise Recht zu geben. Tatsächlich stieg die Zahl der Geburten erst Mitte der achtziger Jahre wieder an, als sich New Wave und Popper-Look so langsam verabschiedeten, und erreichte 1990 wieder ein Hoch.
Doch du Sautoy sieht eine neue Gefahr am Horizont - in der Form eines drohenden Achtziger-Revivals. Er bittet deshalb inständig darum, die Modesünden im Schrank zu lassen und auch das Haupthaar nicht in unregelmäßigen Formen zu betonieren. Die Mode der Dekade möge doch das bleiben, was sie ist: ein dunkles Kapitel in der Geschichte der Menschheit und ein Irrtum der Evolution. Wer sich trotzdem partout daran erinnern möchte, kann ja ein paar Platten auflegen oder seine alten Tonband-Kassetten rauskramen.
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