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Weltweit hat die Finanzkrise den Volkswirtschaften übel zugesetzt. Auch die britische Konjunktur ist massiv betroffen. Dabei ist die aktuelle Rezessionsgefahr nur der letzte einer ganzen Reihe von ökonomischen Tiefschlägen, die das Königreich in den vergangenen Jahrzehnten erleiden musste: die Ölkrise von 1973, massive Arbeitslosigkeit und Inflation 1980, Rezessionsängste 1990.
Der britische "Guardian" hat jetzt eine ganz eigene Theorie über diese Zyklen entwickelt. Sie kommt jedoch nicht aus der Wirtschafts-, sondern aus der Musikredaktion der Zeitung. Sie fand heraus: Zeitgleich mit jedem ökonomischen Tiefschlag feierte die australische Hardrock-Band AC/DC ihre größten Erfolge. So gesehen war auch die Bankenkrise letztlich vorhersehbar: Das neue AC/DC-Studioalbum "Black Ice" ist auf Platz eins der Albumcharts zu finden.
[Bildunterschrift: Sie sehen so gar nicht gefährlich aus - und scheinen doch die eine oder andere Krise zumindest mitverursacht zu haben: Die australische Rockband AC/DC. Kaum kündigten sie ihre Deutschlandtournee für 2009 an, schon reduzierte auch die Bundesregierung ihre Wachstumsprognose. ]Jetzt muss die britische Wirtschaftsgeschichte vielleicht neu geschrieben werden. Ist das lange Prosperieren in den Achtzigerjahren vielleicht weniger dem rigiden Thatcherismus als vielmehr dem musikalischen Schwächeln der Hardrocker zu verdanken? Konnte London in den Neunzigern deshalb als Finanzzentrum so an Bedeutung gewinnen, weil das "Fly on the Wall"-Album von AC/DC nicht an den Erfolg seiner Vorgänger anknüpfen konnte?
Viel wichtiger ist jedoch die Frage, welche Konsequenzen die britische Regierung aus dieser Erkenntnis ziehen wird. Statt teurer Konjunkturprogramme oder Marktinterventionen sollte sie vielleicht einfach Angus Young und seine Mannen dafür bezahlen, keine Platten mehr zu produzieren, was im Zweifelsfall kostengünstiger sein würde - auch wenn man Fanproteste ins politische Kalkül mit einbeziehen muss.
[Bildunterschrift: Er auch? Gibt es einen Howie-Indikator? ]
Für die deutsche Volkswirtschaft gibt es übrigens noch keinen Konjunkturindikator. Obwohl: Howard Carpendale begann zur Zeit der Ölkrise seine Erfolgssträhne mit selbst komponierten Songs, konnte Anfang der Achtzigerjahre einen großen Plattenvertrag abschließen, hatte zu Beginn der Neunziger eine sehr erfolgreiche Tournee. Und: Sein aktuelles Comeback fiel mit dem Beginn der Finanzmarktkrise zusammen.
Aus dem 480-Milliarden-Rettungsfonds für die Banken dürfte sich sicherlich eine stattliche Pensionszahlung für den Sänger finanzieren lassen, damit er das Mikrofon ein für alle Mal aus der Hand legt.
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