Auf dem Foto ist das fürstbischöfliche Schloss - prunkvoll ausgestattet. Im Saal stehen Tische, an denen jeweils eine Person sitzt. Die Tische sind mit weißen Hussen überdeckt. | Bildquelle: dpa

Nordrhein-Westfalen Klage gegen CO-Pipeline von Dormagen nach Krefeld abgewiesen

Stand: 31.08.2020 12:20 Uhr

Das Oberverwaltungsgericht in Münster hat am Montag die Klage gegen die umstrittene CO-Pipeline zwischen Dormagen und Krefeld abgewiesen.

Die 67 Kilometer lange Leitung soll nach dem Willen des Betreibers, der Chemiekonzern Covestro (ehemals Bayer), die Chemiewerke in Dormagen und Krefeld-Uerdingen verbinden und dabei über Hilden und den Duisburger Süden führen, wo die Leitung direkt an einer Schule vorbei läuft.

In Dormagen entsteht Kohlenmonoxid als Nebenprodukt, das in Krefeld-Uerdingen zur Kunststoff-Herstellung gebraucht wird, zum Beispiel zur Produktion von Klebstoffen, Brillengläsern und Autoscheinwerfern.

Fast 14 Jahre Streit

Die zig Millionen Euro teure Leitung liegt seit Jahren fast fertig unter der Erde – seit fast 14 Jahren streiten sich der Chemiekonzern, Anwohner und Umweltschutzverbände.

Viele Anwohner haben Angst vor einem Rohrbruch oder einem Anschlag. Denn dann wären nach der Einschätzung von Sicherheitsexperten viele Tote kaum zu vermeiden. Bei einem Leck und ausströmendem CO wären die Feuerwehren hilflos, die Gefährdung von Menschen ließe sich kaum verhindern, argumentieren die Gegner. Mehr als 100.000 Unterschriften gegen das Mammutprojekt wurden bereits gesammelt.

Rechtmäßigkeit soll geklärt werden

Nach zig Gerichtsverfahren, Planfeststellungsbeschlüssen, Mahnwachen und Demonstrationen hat jetzt das Oberverwaltungsgericht geklärt, dass die Pipeline rechtmäßig ist.

Vier Privatpersonen aus Monheim und Leichlingen hatten gegen den Planfeststellungsbeschluss der Bezirksregierung Düsseldorf, mit dem die Errichtung und der Betrieb der Pipeline zugelassen worden sind, geklagt. Die Bezirksregierung hatte grünes Licht für die Leitung gegeben.

Die Kläger haben noch die Möglichkeit, Nicht-Zulassungsbeschwerde beim Bundesverwaltungsgericht in Leipzig einzureichen. Bis das Urteil rechtskräftig ist, wird die Pipeline noch nicht in Betrieb genommen.

Quelle: wdr.de

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