Polizeibeamte der Spurensicherung | Bildquelle: dpa

Pannen im Missbrauchsfall Lügde NRW-Innenministerium schickt Beamte

Stand: 19.04.2019 15:55 Uhr

Nach der Pannenserie bei der Aufklärung der Missbrauchsfälle in Lügde hat das NRW-Innenministerium Beamte nach Bielefeld entsandt. Sie sollen sich "einen Eindruck verschaffen".

Nach der Pannenserie bei der Aufklärung der Missbrauchsfälle in Lügde begleiten Beamte des Innenministeriums nun die Ermittlungen vor Ort. Das "Westfalen-Blatt" hatte am Freitag (19.04.2019) berichtet, das Polizeipräsidium Bielefeld sei "unter Dienst- und Fachaufsicht gestellt" worden. Hingegen betonte das Ministerium gegenüber dem WDR, es handle sich dabei nicht um eine disziplinarische Maßnahme.

Lügde: Eine Polizeibeamtin der Spurensicherung trägt einen sichergestellten Monitor aus der abgesperrten Parzelle des mutmaßlichen Täters auf dem Campingplatz Eichwald in Lügde. | Bildquelle: picture alliance/dpa
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Ermittler in der Kritik

Ministeriumsbeamte sollen Abläufe beobachten

Das Ziel des Ministeriums sei, "sich einen Eindruck der Ermittlungsarbeit und einen Überblick über die Abläufe zu verschaffen". Nach den Osterfeiertagen sollten weitere Fachleute folgen.

Reul unter Druck

"Dabei geht es um die Frage, ob und welche polizeifachliche Unterstützung vonseiten des Innenministeriums und nachgeordneter Behörden, wie beispielsweise das Landeskriminalamt, geleistet werden könnte." SPD und Grüne hatten Innenminister Herbert Reul (CDU) vorgeworfen, die Lage nicht im Griff zu haben. Die SPD fordert seinen Rücktritt.

Viele Versäumnisse bei der Spurensicherung

Gleich mehrmals waren den ermittelnden Beamten schwere Fehler bei der Spurensicherung nachgewiesen worden. Erst am Dienstag (16.04.2019) hatten NDR, WDR und "Süddeutsche Zeitung" eine weitere Ermittlungspanne öffentlich gemacht. Polizei und Staatsanwaltschaft hatten offenbar bei der Durchsuchung des mutmaßlichen Tatorts auf einem Campingplatz in Lügde einen Schuppen des Hauptbeschuldigten völlig ignoriert. Erst nachdem der Verschlag von einem Abbruchunternehmer leergeräumt worden war, fiel der Fehler auf. Ob Beweismaterial zerstört wurde, ist nicht geklärt.

Quelle: wdr.de

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 19. April 2019 um 13:00 Uhr in den Nachrichten.

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