30.01.2019, NRW Lügde: Ein Polizeiabsperrband hängt auf dem Campingplatz Eichwald.  | Bildquelle: dpa

Missbrauchsfall in Lügde Vorbestrafter Polizist wird überprüft

Stand: 11.03.2019 21:20 Uhr

Ein Polizeiauto steht vor einem abgesperrten Wohnwagen auf dem Campingplatz Eichwald in Lügde
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Der Campingplatz Eichwald in Lügde, auf dem mehrere Kinder missbraucht worden sein sollen

Die Polizei Lippe hat sich am Montag dazu geäußert, dass im Kreis ein wegen Kinderpornografie verurteilter Polizist arbeitet. Sein Dienstort sei nicht in Detmold gewesen.

Die Kreispolizei Lippe hat sich am Montag (11.03.2019) zum Fall eines Polizisten geäußert, der wegen Besitzes von kinderpornografischen Material verurteilt wurde. Es sei nachvollziehbar, dass die Bevölkerung besorgt ist, hieß es in einer Mitteilung.

Die Polizei Lippe versichert, dass der Beamte unter einer "engen Dienstaufsicht" stehe, seit er 2015 nach Lippe versetzt wurde. Er sei nicht mit den Ermittlungen im Fall Lügde betraut gewesen.

Genauso wenig wie zwei weitere Beamte der Polizei Lippe, gegen die es in der Vergangenheit Ermittlungen wegen Sexualstraftaten gab. Es handle sich in allen drei Fällen um abgeschlossene Verfahren, die "dienstlich beurteilt wurden."

Rechtswissenschaftler sieht Grenzfall

Offenbar war der Sonderermittler des Landeskriminalamts (LKA) auf den Fall des Polizisten gestoßen, der sich im Besitz von kinderpornografischen Material befand. Im Jahr 2011 sei der Polizist verurteilt worden, heißt es aus dem NRW-Innenministerium. Er sei aber nicht aus dem Polizeidienst entlassen, sondern degradiert und nach Lippe versetzt worden. Dort arbeite er nach wie vor.

Christoph Gusy, Professor für öffentliches Recht an der Universität Bielefeld, bewertet angesichts des Besitzes von Kinderpornografie, "ein schwerwiegendes Verbrechen", das Urteil von 2011 und die damalige Strafe von 80 Tagessätzen als eher gering. Es mache die Weiterbeschäftigung des vorbestraften Polizisten zu einem Grenzfall. Es sei "bei Polizeibeamten (...) ein hoher Maßstab anzulegen und genau zu schauen: Kann angesichts ihrer Involviertheit in Straftaten hier ihre Position gerade im Polizeidienst noch gehalten werden oder nicht."

Polizei: Dienstort nicht in Detmold

Wo genau in Lippe der Polizist tätig ist, dazu äußerten sich weder das Innenministerium noch die Staatsanwaltschaft. Peter Wüller, Anwalt von vier Opfern im Missbrauchsskandal von Lügde, hingegen sagte dem WDR, der Polizist sei in Detmold tätig. Dies wisse er aus "sehr sicherer Quelle". Die Polizei Lippe widersprach am Montag: Die Dienstorte von allen drei besagten Polizisten befänden sich nicht in Detmold.

Unlängst war aus den Räumen der Polizei in Detmold ein Koffer und eine Mappe mit über 150 CDs und DVDs verschwunden. Hierbei handelt es sich um Beweismittel, auf denen möglicherweise der Missbrauch von Kindern zu sehen ist. Wie sie abhandenkommen konnten, ist bis heute unklar.

Quelle: wdr.de

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 09. März 2019 um 12:00 Uhr.

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