Demonstranten laufen die Straße entlang.

Polizei-Großeinsatz in NRW Tausende bei Kurden-Demo in Köln

Stand: 19.10.2019 17:00 Uhr

Proteste gegen die türkische Militäroffensive: Von den erwarteten 20.000 Demonstranten in Köln sind nur etwa 10.000 erschienen. Sie protestierten weitgehend friedlich.

Kurden und andere Demonstranten haben am Samstag (19.10.2019) in Köln gegen die türkische Militäroffensive in Nordsyrien demonstriert. Die Polizei hatte mit mindestens 20.000 Menschen gerechnet - erschienen ist die Hälfte.

Stimmung teils aufgeheizt

Ein Demonstrant wird von den Beamten festgehalten.
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Die Polizei hält eine Person fest, um Personalien aufzunehmen.

Beim Demozug war die Stimmung teilweise aufgeheizt. Es gab kleinere Rangeleien. Vereinzelt wurden Feuerwerkskörper gezündet. Ordner mahnten aufgebrachte Demonstranten zur Mäßigung. Laut Polizei verlief die Demo, die um 16.30 Uhr offiziell beendet wurde, insgesamt aber friedlich.

Es sei niemand festgenommen oder in Gewahrsam genommen worden, so ein Polizeisprecher. Es seien lediglich Personalien festgestellt worden. Zum Beispiel, weil eine Öcalan-Fahne hochgehalten wurde. Die Polizei hatte sich mit mehreren Hundertschaften und Wasserwerfern gegen Ausschreitungen gewappnet.

Veranstalter trotz Teilnehmerzahl zufrieden

Warum zur Demo weit weniger Teilnehmer erschienen als erwartet, konnten weder die Polizei noch die Veranstalter erklären. Zur Demo aufgerufen hatte das Aktionsbündnis gegen Rechts und die Interventionistische Linke.

Trotz der relativ geringen Teilnehmerzahl zeigten sich die Veranstalter mit der Demo zufrieden. "Es ist gut, dass in Köln und anderswo friedlich demonstriert wird", sagte eine Sprecherin. Das bekräftige die Forderungen, wie auf die türkische Militäroffensive zu reagieren sei.

Flugverbotszone gefordert

Wie die Sprecherin berichtet, fordern die Demo-Veranstalter für die Türkei nicht nur ein Waffenembargo. Es sollte auch eine Flugverbotszone eingerichtet werden. Außerdem sollten finanzielle Unterstützungen wie etwa Hermesbürgschaften für die Türkei durch die Bundesregierung unterlassen werden.

Polizei hatte Verbot geprüft

Erst am Samstagmorgen, kurz vor Beginn der Demo, gab die Polizei bekannt, dass die Veranstaltung stattfinden dürfe. Zuvor wurde ein Verbot geprüft. Der Grund: Die Polizei erwartete mehrere Tausend gewaltbereite Teilnehmer.

Eine Hand zeigt den "Wolfsgruß" der Grauen Wölfe
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Wolfsgruß der türkisch-rechtsextremen "Grauen Wölfe".

Bisherige Demo-Bilanz in NRW

Seit Beginn der Offensive in Nordsyrien gab es in NRW zahlreiche Demos, zum Teil mit Verletzten und Ausschreitungen. Etliche Strafverfahren wurden eingeleitet - unter anderem gegen PKK-Anhänger und Anhänger der türkisch-rechtsextremen "Grauen Wölfe".

Quelle: wdr.de

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 19. Oktober 2019 um 17:00 Uhr.

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