Protestspaziergang im Hambacher Forst | Bildquelle: dpa

Hambacher Forst Polizei räumt letztes Baumhaus

Stand: 02.10.2018 20:19 Uhr

Die Polizei hat nach eigenen Angaben das letzte Baumhaus im Hambacher Forst geräumt. RWE bereitet die letzten Schritte zur Rodung vor. Dafür wird auch ein Graben ausgehoben.

Laut Aachener Polizei ist im Hambacher Forst am Dienstag (02.10.2018) das letzte Baumhaus von Kohlegegnern geräumt worden. Schon vorher hatte der Energiekonzern RWE damit begonnen, einen Graben um das Waldgebiet zu ziehen. Außerdem wird der Forst mit Seil und Flatterband abgesperrt, "Betreten verboten"-Schilder werden aufgestellt.

  • Übersicht: Streit um den Hambacher Forst

RWE vor Rodung

"Wir werden es nicht dulden, dass Leute - nachdem die Räumung ja heute abgeschlossen wird - da eindringen und den Wald wieder besetzen", sagte RWE-Sprecher Guido Steffen. Der Wald sei Betriebsgelände, gehöre also zum Tagebau. Wer den Wald noch betrete, begehe Hausfriedensbruch.

Der Konzern will das Gebiet großflächig ausleuchten und eigene Sicherheitskräfte einsetzen. Das Unternehmen bereite die Rodungen vor. "Aber wir sagen nicht, wann wir beginnen", so Steffen.

Aktuell liegen der Polizei Aachen keine weiteren Vollzugshilfeersuchen der Unteren Bauaufsichtsbehörden des Kreises Düren und der Stadt Kerpen vor. Gleichwohl wird die Polizei weiterhin dort sein, um nach eigener Aussage Gefahren abzuwehren oder Straftaten zu verfolgen.

RWE hat die Genehmigung für die Rodung. Aber beim OVG Münster liegt noch eine Klage vom Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland vor. Er meint, die Rodung verstoße gegen europäisches Naturschutzrecht. Das Gericht will bis zum 14. Oktober entscheiden.

Vermieter zieht Maschinen ab

Derweil hat der niederländische Baumaschinenvermieter Boels mit sofortiger Wirkung seine Maschinen aus dem Hambacher Forst abgezogen.

Quelle: wdr.de

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 02. Oktober 2018 um 16:00 Uhr.

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