Putin und Merkel auf der Münchner Sicherheitskonferenz 2007 | Bildquelle: picture alliance / dpa

Ukraine-Konflikt Putin für neue Verhandlungen

Stand: 07.02.2017 16:44 Uhr

Russlands Präsident Putin hat sich in einem Telefonat mit Kanzlerin Merkel für neue Verhandlungen im Ukraine-Konflikt ausgesprochen. Ein Treffen der Außenminister werde bald geplant, teilte der Kreml mit.

Bundeskanzlerin Angela Merkel und der russische Präsident Wladimir Putin haben die Konfliktparteien in der Ostukraine zu einer Feuerpause aufgerufen. In ihrem ersten Telefongespräch seit Wiederaufflammen der Kämpfe zwischen dem ukrainischen Militär und prorussischen Separatisten zeigten sich beide besorgt über die Lage vor Ort. Ein Treffen der Außenminister Russlands, Deutschlands, Frankreichs und der Ukraine solle bald geplant werden, teilte der Kreml mit. Später solle es auch auf höchster Ebene Gespräche geben.

Angesichts der jüngsten Eskalation mit zahlreichen Opfern drückten Merkel und Putin in dem Telefonat die Hoffnung aus, "dass die Kampfhandlungen bald vollständig und dauerhaft zum Erliegen kommen", sagte Regierungssprecher Steffen Seibert. Die Bundeskanzlerin habe zudem an Putin appelliert, "auf die Separatisten in diesem Sinne einzuwirken".

Wer ist Schuld an Eskalation?

Am Montag hatte Seibert betont, dass aus Sicht der Bundesregierung "die Hauptverantwortung für den Konflikt in der Ostukraine (...) bei den von Russland bis heute massiv unterstützten Separatisten liegt". Laut Angaben des Kremls wies Putin die Kanzlerin im Gespräch auf Anzeichen, wonach ukrainische Regierungstruppen an der Eskalation bei der Industriestadt Awdijiwka nördlich von Donezk schuld seien.

Die Ukraine und die moskautreuen Separatisten im Donbass machen sich gegenseitig für den Ausbruch der Kämpfe verantwortlich. Bei den Gefechten wurden erneut mehrere Menschen getötet. In der Nacht zu Dienstag wurde laut Militärangaben ein 17-jähriger Zivilist nördlich der Separatistenhochburg Horliwka getötet. Ein Soldat wurde verletzt. Artilleriebeschuss gab es auch rund um die Hafenstadt Mariupol im Süden. Die Donezker Aufständischen berichteten von zwei Toten und einem Verwundeten in ihren Reihen.

Keine Lockerung der Sanktionen

Trotz gemeinsamer Verhandlungen mit Russland sprach Bundeskanzlerin Merkel sich während ihres Polen-Besuchs gegen eine Lockerung der Russland-Sanktionen aus. Diese könnten erst gelockert werden, wenn es Fortschritte bei der Umsetzung des Minsker Friedensabkommens gebe. "Nach wie vor ist die Situation nicht zufriedenstellend, Minsk ist nicht implementiert und deshalb können die Sanktionen auch zurzeit nicht aufgehoben werden", sagte Merkel.

Putin wirft Ukraine im Telefoninterview mit Merkel Provokation vor
S. Stöhr, ARD Moskau
07.02.2017 17:07 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 07. Februar 2017 um 14:00 Uhr in den Nachrichten.

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