Überfall auf Mitarbeiter einer Baufirma Deutscher in Nigeria getötet

Stand: 27.10.2014 14:53 Uhr

Bei einem Überfall im Südwesten Nigerias ist nach Angaben der örtlichen Polizei ein Deutscher getötet und ein weiterer entführt worden. Der Mann war ein Mitarbeiter des Wiesbadener Bauunternehmens Julius Berger. Das Auswärtige Amt teilte gegenüber dem ARD-Hauptstadtstudio lediglich mit, es sei "mit dem Fall befasst".

Der Deutsche soll am Freitag mit einem Subunternehmer im südwestlichen Bundesstaat Ogun unterwegs gewesen und von Bewaffneten überfallen worden sein. Der zweite Mann wurde den Angaben zufolge entführt. Eine Sprecherin von Julius Berger in Nigeria sagte, die beiden seien in verschiedenen Wagen ohne Sicherheitsdienst unterwegs gewesen. Man bemühe sich um die Freilassung des Verschleppten. Das Unternehmen beschäftigt nach eigenen Angaben 600 Mitarbeiter in Nigeria und ist im Hoch- und Tiefbau sowie bei Gas-, Öl- und Infrastrukturprojekten aktiv.

Zu der Entführung bekannte sich bisher niemand. Im Süden Nigerias sind Entführungen von Ausländern keine Seltenheit. Häufig kommen die Verschleppten gegen Lösegeldzahlungen wieder frei. Im Norden des Landes ist die Islamistengruppe Boko Haram aktiv, die auch wiederholt Ausländer entführt hat. Im Januar 2012 verschleppte die Terrorgruppe einen deutschen Bauingenieur. Der Mann wurde Wochen später bei einer missglückten Befreiungsaktion getötet.

Boko Haram entführt 30 Jugendliche

Ungeachtet eines Waffenstillstands zwischen Regierung und der Terrorgruppe Boko Haram hatten die Islamisten im Nordosten Nigerias bei mehreren Angriffen mindestens 17 Menschen getötet und 30 Jugendliche entführt. Ein Sprecher eines Dorfes im Bundesstaat Borno erklärte gegenüber Journalisten, Bewaffnete hätten alle Jungen ab 13 und alle Mädchen ab elf Jahren aus der Siedlung mitgenommen.

Erst in der vergangenen Woche waren in Borno in den Städten Wagga und Gwarta etwa 60 Frauen und Mädchen entführt worden. Die beiden Städte liegen in der Nähe von Chibok. Dort hatte Boko Haram im April mehr als 200 Mädchen aus einer Schule verschleppt. Trotz intensiver Suche auch mit internationaler Hilfe konnten die Mädchen bislang nicht befreit werden. Bei Angriffen der Boko Haram wurden allein in diesem Jahr über 3000 Menschen getötet. Die Islamisten wollen im Norden Nigerias einen Gottesstaat auf Grundlage der Scharia einrichten.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 27. Oktober 2014 um 15:00 Uhr.

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