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Hiermit beenden wir den Live-Ticker von der Vergabe des Friedensnobelpreises an Barack Obama. Wir bedanken uns für Ihr Interesse und wünschen Ihnen noch einen guten Tag.
Lang Lang spielt Liszt.
Der US-Präsident beendet seine Rede, das Publikum applaudiert wiederum stehend.
"Wir können sagen, es gibt immer wieder Krieg und dennoch für den Frieden kämpfen."
"Wir müssen nicht in einer idealen Welt leben, um die Ideale anzustreben, die aus ihr einen besseren Ort machen."
Erinnerung an die Kreuzzüge: Gerade diese erinnerten daran, dass ein "Heiliger Krieg" niemals ein gerechter Krieg sein könne.
"Die Welt wird kleiner." "Vielleicht macht es das für Menschen leichter zu sehen, wie ähnlich wir uns sind."
Es gibt keine Sicherheit ohne Zugang zu Lebensmitteln oder Bildung, sagt Obama. Deshalb ist Hilfe für Bauern, Unterstützung von Kindern vonnöten.
Obama erinnert an die Diploamtie von Richard Nixon bei Mao oder Johannes Paul II. in Polen.
"Die Förderung der Menschenrechte kann nicht durch Ermahnungen allein erreicht werden". Manchmal seien "kräftezehrende diplomatische Anstrengungen" vonnöten.
Menschenrechte seien nicht nur westliche Werte, sagt Obama. Die USA würden immer die universellen Werte hochhalten.
Wenn es Völkermord in Darfur oder systematische Vergewaltigungen in Kongo gibt, müsse das Folgen haben.
Thema Abrüstung: "Die Regimes, die die Regeln brechen, müssen zur Verantwortung gezogen werden." Der Druck könne aber "nur aufrechterhalten werden, wenn die Welt zusammensteht."
Die USA müssen die "Regeln und die Normen hochhalten. Das unterscheidet uns von denen, die wir bekämpfen."
"Der Glaube, dass Frieden wünschenswert ist, reicht meistens nicht, um Frieden zu erreichen." Deshalb würden die USA die UN und internationale Friedenstruppen stärken.
Obama erinnert daran, dass die Welt nach den Anschlägen vom 11. September 2001 hinter den USA gestanden habe. Der Einsatz von Gewalt aus humanitären Gründen könne gerechtfertigt sein, wie etwa in den 90er Jahren auf dem Balkan.
Krieg bringe aber auf jeden Fall eine menschliche Tragödie mit sich. "Der Krieg selber ist niemals glorreich. Wir dürfen ihn nie als glorreiche Sache verkünden." Man müsse aber in Einklang bringen, "dass Krieg manchmal notwendig ist, und dass Krieg manchmal Ausdruck menschlicher Schwächen ist."
"Als Staatschef habe ich auch geschworen, meine Nation zu schützen und verteidigen", sagt Obama. Er könne daher nicht immer handeln wie Martin Luther King, Gandhi etc. "Mit Verhandlungen kann man Al-Kaida nicht dazu bringen, die Waffen niederzulegen."
Kriege zwischen Nationen werden mehr und mehr abgelöst von Kriegen innerhalb von Nationen. In heutigen Kriegen werden mehr Zivilisten getötet als Soldaten."
"Das neue Jahrhundert ist gerade mal ein Jahrzehnt alt und die Welt ächzt unter neuen Bedrohungen."
Lange Zeit seien Kriege ein normales Mittel zu Konfliktlösung gewesen. Dann kam das Konzept des "gerechten Krieges", schließlich sei der Krieg zwischen Armeen abgelöst worden vom Krieg zwischen Nationen, "totalen Kriegen", wie Europa sie im 20. Jahrhundert zweimal erlebt habe.
Vielleicht habe das aber auch damit zu tun, dass er Oberkommandierender einer Armee sei, die im Moment zwei Kriege führt. Der eine werde gerade schwächer, der andere stärker.
Obama bedankt sich: Es sei aber nicht zu überhören gewesen, dass es eine Kontroverse um seine Ehrung gegeben habe. Er könne nichts sagen gegen die, die sagen, dass viele andere die Ehre mehr vedient hätten.
Jetzt hat der Friedensnobelpreisträger des Jahres 2009 das Wort.
Jazz.
Obama betritt die Bühne und nimmt den Friedensnobelpreis entgegen. Das Publikum im Osloer Rathaus ehrt ihn mit stehendem Applaus.
Der Pianist Lang Lang spielt Chopin.
"Präsident Obama versteht, dass auch die mächtigsten Nationen allein verwundbar sind", sagt Jagland. Er gratuliert dem US-Präsidenten noch einmal zu dessen Arbeit.
Jagland: Nichts ist beendet in der Geschichte, es geht immer weiter. Der Frieden muss immer und immer wieder neu ereicht werden.
Jagland erinnert an den Preis von 1919 für Woodrow Wilson. Der US-Präsident und Gründer des Völkerbundes sei seinerzeit ein Held für die Welt gewesen, aber nicht in den USA.
Thema Klimawandel: Der Präsident habe konkrete Vorschläge zur Reduzierung der Treibhausgase auf den Tisch gelegt, sagt Jagland.
Jagland weist darauf hin, dass der Kampf gegen den Terrorismus in Afghanistan von vielen Staaten in der Welt unterstützt wird. Langfristig könnten aber nur die Afghanen selbst die Probleme lösen.
Im Washington von heute bevorzuge man den Dialog, um internationale Probleme zu lösen, sagt Jagland.
Unter Obama habe sich schon einiges getan. Folter sei verboten, Guantanamo soll geschlossen werden, auch im Hinblick auf Abrüstung gebe es Fortschritte.
Die Frage im Sinne von Alfred Nobel müsse lauten: Wer hat am meisten für Frieden getan im letzten Jahr? "Es musste US-Präsident Obama sein", so Jagland. Der Preis sei eine "Aufforderung zum Handeln für uns alle".
Jagland gratuliert Obama zum diesjährigen Nobelpreis. Er skizziert noch einmal die Weltlage: Terrorismus, Kriege, Klimawandel. Obama habe bereits die Temeperatur in der Welt gesenkt.
Thorbjörn Jagland, der Vorsitzende des norwegischen Nobelpreis-Komitees, begründet noch einmal die Vergabe des Friedensnobelpreises an Barack Obama.
Das Programm beginnt mit Liedern des norwegischen Komponisten Edward Grieg.
Jetzt ist auch die norwegische Königsfamilie eingetroffen.
Jetzt betreten unter Fanfarenklängen Barack Obama und seine Frau Michelle die Halle.
Obama selbst hat bei einer Pressekonferenz in Oslo Verständnis für die Kritiker der Preisvergabe gezeigt. "Ich habe keinen Zweifel daran, dass es andere geben mag, die den Preis mehr verdient hätten", sagte Obama. Er hoffe aber, dass die Kritik abklingen werde, wenn er mit seinen Zielen bei Abrüstung und Klimaschutz Erfolg haben werde.
Die Gäste haben schon Platz genommen, darunter US-Schauspieler Will Smith.
Herzlich Willkommen zum tagesschau.de-Live-Ticker. US-Präsident Barack Obama nimmt in Oslo den Friedensnobelpreis entgegen. In seiner Rede zur Preisvergabe will er auch seine Afghanistan-Strategie erläutern. Wir begleiten die Preisverleihung Preisverleihung und die Rede ab jetzt live.
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