#kurzerklärt

Warum ist Korea geteilt?

Stand: 08.02.2018 16:42 Uhr

Bei den Olympischen Winterspielen kämpfen Nord- und Südkoreanerinnen gemeinsam um eine Medaille im Eishockey. Im Alltag aber trennt die Spieler eine unüberwindbare Grenze. Warum eigentlich?

Von Alexander Westermann, NDR

Die koreanische Halbinsel zwischen Japan und China hat eine lange gemeinsame Geschichte und Kultur. 1905 wird Korea japanisches Protektorat, im Jahr 1910 annektiert Japan schließlich die Halbinsel und macht Korea so zur japanischen Kolonie. Mit der Kapitulation der Kolonialmacht Japan im Zweiten Weltkrieg übernehmen die Alliierten die Kontrolle über die koreanische Halbinsel. Die Sowjetunion besetzt den Norden Koreas, die USA den Süden.

Als Grenze wird der 38. Breitengrad bestimmt, der Korea ziemlich willkürlich in zwei etwa gleichgroße Besatzungszonen teilt. Im Süden entsteht wenig später die Republik Korea - Südkorea. Im Norden die Demokratische Volksrepublik Korea - Nordkorea. Es ist eine ähnliche Lage wie zu jener Zeit im geteilten Deutschland.

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#kurzerklärt: Warum ist Korea in zwei Staaten geteilt?

nachtmagazin 00:15 Uhr, 08.02.2018, Alexander Westermann, NDR

Der Koreakrieg

Am 25. Juni 1950 überschreiten nordkoreanische Truppen die Demarkationslinie am 38. Breitengrad und greifen den Süden an. Es folgt der Koreakrieg (1950-1953), in dem die Sowjetunion und China an der Seite des Nordens, die USA und weitere UN-Truppen an der Seite des Südens kämpfen. Fast alle größeren Städte Koreas werden zerstört und beide Konfliktparteien verüben Massaker. Es sterben schätzungsweise etwa vier Millionen Menschen. Trotz temporärer und massiver Landgewinne verändert der Krieg die Grenze auf der Halbinsel aber kaum. Bis heute verläuft sie nahe des 38. Breitengrades.

Demokratie und Diktatur

Inzwischen hat sich Südkorea zu einer funktionierenden Demokratie mit einer stabilen Wirtschaft entwickelt. Nordkorea dagegen ist nach wie vor eine Diktatur, geführt von dem Famlienclan der Kims. Die wirtschaftliche Lage des Landes hat sich mit dem Niedergang der Sowjetunion zusehends verschlechtert und es gibt massive Versorgungsengpässe. Während in Deutschland das Ende des Kalten Krieges zur Wiedervereinigung führte, gibt es zwischen Nord- und Südkorea bis heute keinen Friedensvertrag.

Symbol der Einheit: Sportler von Nordkorea und Südkorea wollen mit der "Vereinigungsflagge" einlaufen.

Ziel ist die Wiedervereinigung

Durch den Zusammenbruch der Sowjetunion und die Zurückhaltung der Schutzmacht China sieht sich Nordkorea wohl immer mehr in seiner Existenz bedroht. Eine Konsequenz, sagen Experten, sei das Atomwaffenprogramm, in dem viele eine Bedrohung für den Weltfrieden sehen. Das erklärte Ziel beider Koreas ist aber nach wie vor die Wiedervereinigung. Allerdings wollen beide Staaten einen Zusammenschluss jeweils unter ihrer eigenen Führung.